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Remscheid
"Runter vom Gas!"

Remscheid. Stadt startet Sicherheitskampagne im Verkehr zum Schulbeginn. Das "Elterntaxi", das Kinder fast ins Klassenzimmer bringt, wird von Verkehrsexperten kritisch gesehen. Von Stefanie Bona

Zum Schulbeginn in der nächsten Woche startet die Stadt Remscheid eine zweiwöchige Kampagne zum Schutz der Schüler und in besonderer Weise der i-Dötzchen. Das Projekt "Sicherer Schulbeginn" konzentriert sich vor allem auf die Gefahrenstellen rund um Schulen und die ausgewiesenen Schulwege, Kindergärten, aber auch Seniorenheime. "Wir versuchen auch auf diese Weise, unsere Schulwegsicherung stetig zu optimieren", erklärte Daniel Pfordt vom Ordnungsamt gegenüber der BM.

Ab dem Tag der Einschulung, am 25. August, werden demnach Blitzfahrzeuge, Verkehrskontrolleure und der Kommunale Ordnungsdienst verstärkt vor den Remscheider Grundschulen Präsenz zeigen. Damit sollen Autofahrer generell und Eltern im Besonderen sensibilisiert werden, sich konform der Verkehrsregeln zu verhalten. Das heißt "Runter vom Gas" ebenso wie das Unterlassen von unerlaubtem Halten im Parkverbot und auf Bürgersteigen.

"Das Gefährdungspotenzial wird von vielen Eltern überhaupt nicht erkannt", weiß Daniel Pfordt. Soll heißen: Mütter und Väter, die ihre Kinder beinahe bis ins Klassenzimmer chauffieren, gefährden die Mitschüler und nehmen dem eigenen Nachwuchs die Chance, Erfahrungen als Fußgänger im Straßenverkehr zu sammeln. "Kinder sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Mit auf dem Gehweg parkenden Autos sind sie ganz einfach überfordert", warnt Pfordt. So soll zum Start der Kampagne auch die Information nicht zu kurz kommen, wenn die Mitarbeiter des Ordnungsdienstes vor und rund um die Schulen über die Notwendigkeit bestehender Verkehrssicherungen und Risiken aufklären, die mit Verstößen einhergehen.

Auch die Polizei wird wie in jedem Jahr ein wachsames Auge auf die Schulwegsicherung haben. Dabei sind die Bezirksbeamten besonders gefordert. "Die Kollegen übernehmen mit den ersten Klassen Schulumfeldbegehungen, um auf Gefahrenstellen hinzuweisen", erklärte Stefan Weiand von der Pressestelle im Polizeipräsidium Wuppertal. In der Umgebung der Grundschulen Siepen, Walter-Hartmann und Menninghausen ist die Situation für die Schüler besonders unübersichtlich. Dort bildet die Polizei Elternlotsen aus, die im Wechsel in den Morgenstunden die Kinder sicher über die Straße geleiten. Die Ordnungsbehörde darf anders als die Polizei nur an Gefahrenpunkten blitzen. In der Frühschicht werden beide Messwagen parallel an Schulen, Kindergärten und Schulwegen eingesetzt.

Wie beim Falschparken der "Elterntaxis" reagiert wird, obliegt den Mitarbeitern der Stadtverwaltung vor Ort. Dazu gebe es eine ganze "Klaviatur" von Möglichkeiten, erklärte Pfordt.

Die Ergebnisse der zweiwöchigen Kontrollkampagne sollen in die Verkehrsbesprechung von Verwaltung, Polizei und Vertretern der Straßenbaulastträger einfließen. Ein Ziel wird bereits jetzt verfolgt: Elternhaltestellen, wo Kinder in sicherem Umfeld abgesetzt werden können, um dann gemeinsam den Rest des Schulweges zu Fuß zurückzulegen, sind wünschenswert.

Quelle: RP
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