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Remscheid
Schlechtes Zeugnis für Remscheid - OB bleibt gelassen

Remscheid: Schlechtes Zeugnis für Remscheid - OB bleibt gelassen
Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz FOTO: Jürgen Moll
Remscheid. Deutlich schlechter als noch 2013 bewertet die aktuelle Prognos-Studie die Zukunftsfähigkeit von Remscheid. Der OB sieht die Analyse skeptisch. Von Henning Röser

Das Zukunfts-Zeugnis fällt ziemlich mau aus. Im Notenspektrum 1 (beste Chancen) bis 8 (sehr hohe Risiken) erhält Remscheid in der aktuellen Prognos-Studie die Note 6 (leichte Risiken). Auffällig dabei: Gegenüber der letzten Studie von 2013 ist Remscheid um mehr als 50 Plätze auf Rang 325 von insgesamt 402 untersuchten Städten und Kreisen in Deutschland abgerutscht. Schlechtere Werte gibt es vor allem in den Kategorien Demografie, Wirtschaft & Arbeitsmarkt, und Wettbewerb & Innovation.

"Das gefällt mir nicht", war die erste Reaktion von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) auf BM-Nachfrage. Nach genauerer Lektüre der Studie ging er im BM-Gespräch dann ins Detail.

Wichtige Indikatoren hätten die Gutachter vernachlässigt, sagt der OB. So werde ignoriert, dass die Bergische Uni "nicht nur Wuppertal gehört", sondern auch nach Remscheid ausstrahle. "Die FGW ist ein An-Institut der Universität. Sein Ziel sei es, "die Uni noch mehr in die Stadt zu holen", sagt der OB. So gebe es zwischen dem BZI und der Universität bereits enge Verbindungen. Auch sei die große Rolle der Industriebetriebe für die Wirtschaftskraft und Zukunftsfähigkeit Remscheids nicht ausreichend gewertet worden. Und dass Remscheid mit seiner niedrigen Kriminalitätsrate als eine der sichersten Städte in NRW gelte, sei ebenfalls nicht eingeflossen.

Anderen Einschätzungen der Studie stimmt der OB dagegen zu. Diese "berechtigten Hinweise" nehme er sehr ernst. Dass Remscheid eine hohe Zahl von Bedarfsgemeinschaften und insgesamt rund 11000 Bewohner habe, die auf Hartz IV-Leistungen angewiesen sind, sei ein großes Problem. Trotz guter Wirtschaftslage wird diese Zahl nicht kleiner.

Einen positiven Effekt auf den Arbeitsmarkt erhofft sich Mast-Weisz vom DOC. Dort würden viele Hundert Jobs im Dienstleistungssektor entstehen, einem Feld, wo Remscheid nicht sehr gut aufgestellt ist.

Als weiteres positives Zeichen wertet der OB den Erfolg der im vergangenen Herbst gestarten "Gründerschmiede". Wie die BM in dieser Woche berichtete, sind seitdem bereits einige Jungunternehmen an den Start gegangen.

Im Bereich Verkehr sieht auch Mast-Weisz Verbesserungsbedarf. Zwar sei man mit der Lage direkt an der Autobahn 1 gut aufgestellt. Im Schienenverkehr aber sei viel Luft nach oben. Beim Kampf um Direktverbindungen nach Köln und Düsseldorf sucht man weiter das Gespräch mit dem VRR. So könne Remscheid als Wohnort für Menschen attraktiver werden, die in anderen Städten arbeiten.

Dass die Studie der Stadt im neuen Themenfeld Digitalisierung gute Noten gibt, versöhnt ihn nicht. "Ich kann mir ja nicht nur die guten Dinge rauspicken."

"Wir bleiben gelassen", sagt der OB abschließend. An allen Themenfeldern werde im Rat und in der Verwaltung intensiv gearbeitet.

Quelle: RP
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