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Remscheid
Schüler erkunden ihr Talent für den Job

Remscheid: Schüler erkunden ihr Talent für den Job
Gespielter Notfall: Angelina Cuvohin (rechts) packt bei der Erstversorgung der "Patientin" Laura Hofmann tatkräftig an. Durch Rollenspiele und andere Anregungen sollen Schüler mehr über ihre Fähigkeiten und Interessen fürs spätere Berufsleben erfahren. FOTO: Moll, Jürgen (jumo)
Remscheid. Mehr als 530 Remscheider Schüler sind an einem Projekt beteiligt, das Fähigkeiten und Interessen ausloten soll. Von Anna Mazzalupi

Jemand Unbekanntes in einer Notfallsituation beruhigen und die Erstversorgung übernehmen, das ist keine alltägliche Situation für einen Achtklässler. Ein wenig unsicher war Angelina (14), als sie in der ehemaligen städtischen Galerie eine Wunde versorgen und die Betroffene beruhigen musste. Glücklicherweise war die Situation nur gestellt und nach zehn Minuten vorbei. "Ich wusste nicht genau, wie ich reagieren soll", gibt die Gymnasiastin zu, die dann doch schnell zum Verbandskasten griff und die fiktive Wunde verband.

Sich der ungewohnten Übung zu stellen, ist für Angelina und ihre Mitschüler vom Röntgen-Gymnasium ein wichtiger Bestandteil im Findungsprozess für den beruflichen Werdegang. "Kein Abschluss ohne Anschluss" (KAoA) heißt das Landesprogramm, das Jugendliche ab der achten Klasse bei der Berufsfindung unterstützt. Bei der Potenzialanalyse, die die Remscheider Schüler derzeit durchlaufen, geht es darum, konventionelle, soziale und kreative Orientierungen auszuloten.

"Die Schüler sollen selbstreflektierend über ihre Fähigkeiten nachdenken und in der Praxis ausprobieren", erklärt Christoph Feustel vom Bergischen Institut für Weiterbildung, das zusammen mit der "Arbeit Remscheid" die Potenzialanalyse vornimmt. Mehr als 530 Schüler von Röntgen-Gymnasium, Leibniz-Gymnasium, Sophie-Scholl-Gesamtschule, Gertrud-Bäumer-Gymnasium und Alexander-von-Humboldt Realschule sind beteiligt.

Innerhalb der Gruppe werden die Schüler bei Aufgaben wie Kassenbuch, Verkauf oder Regalaufbau von einem Beobachter begleitet, der Arbeitseinstellung oder Kommunikationsfähigkeiten dokumentiert. Ergänzend füllen die Teilnehmer einen Interessenstest aus. Am Ende erhält jeder ein Zertifikat, das die Stärken festhält.

"Man muss die Schüler ganz früh dafür sensibilisieren, was auf sie zukommt. Toll ist da auch immer das Aha-Erlebnis", erklärt Feustel. Bei Angelina war das zum Beispiel die Übung Kassenbuch. "Das hat mir am besten gefallen. Ich mag es, Sachen auszurechnen und hätte nicht gedacht, dass das so viel mit Mathe zu tun hat", sagt die Rögy-Schülerin, die eigentlich den Beruf der Psychiaterin ins Auge gefasst hat.

Mitschülerin Liv (13) hat das Lösen eines Mordfalls besonders gut gefallen: "Es ist zwar komisch, beobachtet zu werden. Aber ist es gut, dass wir alle zusammenarbeiten müssen". Auch Klassenkameradin Liz (13) hat diese Übung gut gefallen. Für sie steht zwar noch nicht fest, was für einen Beruf sie ergreifen möchte, klar ist aber: nichts mit Mathe.

Quelle: RP
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