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Jugendfußball
Hier schlägt das Herz des Fußballs

Jugendfußball: Hier schlägt das Herz des Fußballs
FOTO: Moll, Jürgen
Remscheid. Dass die Gesichter der drei blutjungen Sportlerinnen noch ziemlich wenig Zähne zieren, ist ein Bild der Freude, kein Grund zur Sorge und erst Recht keine Nachwirkung eines Faustkampfs. Die drei Nachwuchs-Kickerinnen gehören zu den Spielerinnen beim "Tag des Mädchenfußballs", den der Fußballkreis zusammen mit dem Hastener TV am Samstag am Remscheider Stadtpark ausrichtete. Dabei traten diesmal keine Vereinsteams gegeneinander an. In den jeweiligen Turnieren spielten vielmehr Mannschaften von Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen. Eine Neuerung, die sich bewährte, wie auch die stattliche Kulisse bewies.

Die drei wohlgelaunten jungen Damen waren nicht die Einzigen, die am Wochenende reichlich Spaß am Sport hatten: Auf der Kuno-Hendrichs-Anlage in Hilgen tummelten sich parallel (und auch noch am gestrigen Sonntag) zahlreiche Junioren-Mannschaften beim "Tag des Jugendfußballs", den der Kreis mit der TG Hilgen organisiert hatte. Auch hier stand die Freude am Spiel eindeutig im Vordergrund, erst in zweiter Linie ging es um den sportlichen Erfolg.

Genau das ist es, was den Nachwuchsfußball so wohltuend macht. Wenn hier eine Spielerin, wie am Stadtpark geschehen, nach dem Anstoß aufs falsche - nämlich aufs eigene - Tor zusteuert und natürlich eiskalt verwandelt, dann wird daraus kein Drama. Sowas hätte sich Abwehrspieler Benjamin Wünschmann am vergangenen Mittwoch auch gewünscht, als er in Süchteln den Ball in der Relegation unglücklich ins eigene Tor lenkte und damit den Anfang vom Ende seines FC Remscheid in der Fußball-Landesliga einläutete.

Niederlagen führten in Hilgen und Hasten auch nicht zu anderen nervenden Extremen. Wer beim jüngsten FCR-Spiel oder nicht zuletzt auch am Samstag bei der EM-Partie zwischen England und Russland gesehen hat, wie unfassbar hemmungslos sich Menschen verhalten können, der geht um so lieber zu Junioren-Turnieren wie denen am Wochenende in der Region. Riesengroße Freude, wenn etwas gut geklappt hat, auch mal ein bitteres Tränchen über die Schmerzen am Schienbein - aber immer offen, ehrlich, fair, echt.

Wir Erwachsenen müssen scheinbar dringend noch mal in die Lehre gehen. Vielleicht bei den drei ganz jungen Damen.

HENNING SCHLÜTER

Quelle: RP
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