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Remscheid
Steinerne Zauberwesen führen Besucher durch den Flüsterwald

Remscheid. Sanfter Tourismus im Naturschutzgebiet an der Wupper: Künstlerische Besucherlenkung zwischen Müngsten und Burg wird abgeschlossen.

Pilze, Muscheln oder Riesenraupen - fünf Skulpturengruppen mit steinernen Zauberwesen des Leichlinger Künstlers Berthold Welter erfüllen seit dem vergangenen Jahr rings um den Brückenpark Müngsten eine besondere Aufgabe: Besucher, die geneigt sind, das sensible FFH-Naturschutzgebiet auf unerlaubten Trampelpfaden zu durchstreifen, sollen durch die phantasievoll gestalteten Objekte auf dem rechten Weg gehalten werden. Ziel ist, Ausflügler zwischen Müngsten und Burg geschickt durch das Tal der Wupper zu lenken und seltene Tier- beziehungsweise Pflanzenarten - wie der Eisvogel oder der Prächtige Dünnfarn - zu schützen.

"Verbotsschilder wollten wir nicht aufstellen. Also haben wir bei dem Projekt Bergisches Habitat Alternativen gesucht, die die Besucher auf dem rechten Wege halten und unaufdringlich für ein angemessenes Verhalten im Wald sorgen", erklärt Dr. Jan Boomers, Leiter der Biologischen Station Mittlere Wupper.

Solingen und Remscheid haben das Projekt, das den sanften Tourismus im Flüsterwald unter Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke fördern soll, gemeinsam geplant und umgesetzt. An sonnigen Sommerwochenenden strömen tausende Besucher nach Müngsten.

Ganz so sanft ist es dann allerdings doch nicht gestartet. Nach Aufstellen der Skulpturen stellte die Biologische Station in der einjährigen Erprobungsphase Handlungsempfehlungen zur Ergänzung der Besucherlenkung zusammen. Jetzt erfolgte die Umsetzung dieser Verbesserungsempfehlungen. Konkret wurde eine Skulpturengruppe nahe der Zwergsklippen auf Solinger Stadtgebiet versetzt.

"Ausgerechnet die Biker, die wir ja in erster Linie ausbremsen wollten, hatten sich hier ganz schnell Wege neben dem Objekt gesucht. Für Fußgänger hingegen war der Weg mit der Skulptur in der Mitte beschwerlich. Das ist er nun gar nicht mehr", erklärte Revierförster Markus Schlösser. Angesichts der Neuordnung der Installation müssen Mountainbiker nun deutlich ihr Tempo verringern, was die Benutzung der auf das Objekt folgenden Treppe mit 14 Felsstufen für Fußgänger sicherer macht. Schilder, die auf den barrierefreien Parallelweg nach Müngsten verweisen, sollen noch folgen, teilt die Biologische Station am Vogelsang mit.

Die Besucherlenkung per steinerne Zauberwesen ist ein Baustein des sanften Tourismus' zwischen Müngsten und Burg.

Weitere sind Webcams, mit denen Eisvogel und Wasseramsel beobachtet werden können, ohne diese zu stören, ein Baum- und Walderlebenpfad sowie eine Smartphone-App, die blinde und sehbehinderte Menschen durch den Brückenpark begleitet.

(tws)
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