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Remscheid
Über Sixpacks und Schuhticks

Remscheid. Maria Vollmer präsentierte im Rotationstheater ihr Programm "Sünde, Sekt und Sahneschnittchen" und erntete für jede Pointe Lacher und Applaus. Von Hagen Thiele

Geschichten aus dem Alltag, garniert mit dem Sinn fürs Absurde und rheinländischer Fröhlichkeit sind das Markenzeichen von Maria Vollmer. Die Komikerin stellte ihre Stärken gekonnt im gut besuchten Rotationstheater unter Beweis. Ein laut lachendes Publikum samt lautem Beifall waren ihr Lohn für einen gelungenen Auftritt.

Wer kennt so etwas denn nicht? Man mistet den Keller aus und will sich von den Fundstücken nicht trennen. Dieses Leid teilte Vollmer mit den Besuchern und hatte auch gleich eine Weste an, die sie beim Aufräumen gefunden hatte. "Die ist noch zu gut, die gönne ich dem Roten Kreuz noch nicht", meinte sie augenzwinkernd.

Ebenso widmete sie sich dem großen Thema des Alterns. Nachdem sie schnell einige Seitenhiebe auf die Hersteller von Kosmetikprodukten verteilt hatte, ging die Komikerin auch auf die Nöte älterer Männer ein. "Für die älteren Herren gibt es die Harley Davidson ja heute schon mit beheizten Sitzen", sagte sie mit breitem Grinsen. In Sachen Schuh-Tick bewies sie hingegen Selbstironie. Als sie ihrem Mann gesagt hat, man könne Schuhe nun wunderbar online bestellen und müsse das Haus gar nicht mehr verlassen, habe er nur gefragt, wofür sie dann eigentlich noch Schuhe braucht.

Zwar waren viele der Witze eher bekannte Comedy-Kost, doch Vollmers mitreißende Art machte aus ihnen eine schmackhafte Sache. Lebendig und mit einem Hang zur Überzeichnung hatte sie das Publikum schnell geknackt, so dass fast jede Pointe Lachen und Applaus weckte.

Um das Programm zusätzlich aufzulockern, steuerte sie auch kurze Musikeinlagen bei. Das Rezept, auf bekannte Melodien neue Texte zu singen, ging auf. Besonders eine Ballade, in der sie davon sang, dass die Lieferung zu vieler Schuhkartons dazu führt, dass man aus finanziellen Gründen am Ende selbst im Schuhkarton leben muss, kam bei den Gästen bestens an.

Bei den zwischenzeitlichen Tanzeinlagen war sich Vollmer für keine Albernheit zu schade und wagte auch kleinere Abstecher in die ersten Sitzreihen. Mit umgeschnalltem Plastik-Six-Pack imitierte sie dort etwa ihren Mann, wenn dieser nach der Gartenarbeit sein Shirt auszieht, um die weibliche Nachbarschaft zu beeindrucken. Mit all diesen Kniffen erfand Vollmer das Rad sicherlich nicht neu. Das war aber letzten Endes gar nicht nötig. Mit so viel Elan, wie sie ihr Programm auf die Bühne brachte, war der Abend für die Besucher eine runde Sache.

Quelle: RP
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