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Remscheid
Warten auf den "blauen Mond"

So läuft der Abbau des Mannesmannturms in Remscheid
So läuft der Abbau des Mannesmannturms in Remscheid FOTO: Moll, J�rgen
Remscheid. Noch ist ein Gutachten erforderlich, damit die Spitze sicher auf dem Mannesmann-Turm sitzt. Von Stefanie Bona

Geht es nach den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Süd, wird der sturmgeschädigte Mannesmannturm wieder aufgebaut. Anfang April musste die Spitze - landläufig auch "Blauer Mond" genannt - abmontiert werden, weil sich durch starke Böen Verbindungsteile gelöst hatten. Aus Sicherheitsgründen wurde das weit sichtbare Wahrzeichen demontiert. Nach einer Reparatur sollte es binnen sechs bis acht Wochen wieder aufgesetzt werden. Davon ist bislang jedoch noch nichts zu sehen. Trotz der Materialermüdung ginge vom Unterbau der Stahlkonstruktion keine Gefahr aus, berichtete Jörg Schubert, Leiter des Bauordnungsamtes, in der BV-Sitzung am Mittwochabend. Dies hätten Gutachten ergeben.

Für den Wiederaufbau gelte auch hier "Eigentum verpflichtet". "Wir sind mit dem Eigentümer in guten Gesprächen", sagte Schubert hinsichtlich der Kontakte zum Discounter Aldi, auf dessen Grundstück der Turm nunmehr steht. Wann er wieder in Gänze aufgestellt werde, könne er jedoch nicht sagen.

Zunächst müssten weitere Gutachter und vor allem Statiker her, um zu beurteilen, ob die Standsicherheit des Turmes mitsamt seiner Spitze gegeben sei. Dann ließe sich sicher auch Näheres zu den Kosten sagen. Für die Beleuchtung gibt es eine private Initiative durch Professor Horst A. Wessel, der bis zum Ruhestand Firmenarchivar des Mannesmann-Konzerns war.

"Sicherheit geht natürlich vor. Trotzdem ist es wichtig, dass dieses wichtige Wahrzeichen wieder instandgesetzt wird", sagte Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD). Er hatte erfahren, dass es weltweit nur noch eines dieser Denkmäler gebe. Das wusste auch Bernd Störmer (W.i.R.) zu berichten. Seines Wissens sei der Verschleiß jedoch dem seinerzeit verwendeten Material geschuldet, das aus heutiger Sicht irgendwann ermüdet.

"Wenn hier der sogenannte Thomasstahl genutzt wurde, können wir uns alle Mühe sparen. Dann muss dass Ding weg", prognostizierte er mit Blick auf andere derer Gedenktürme, die an anderen Orten der Welt nicht mehr zu sanieren gewesen seien.

Quelle: RP
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