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Remscheid
Zwei Kunstpreise für Morgaine Schäfer

Remscheid. Es war wirklich eine gute Woche für die Künstlerin Morgaine Schäfer: Die Düsseldorferin erhielt zwei Auszeichnungen: den Bergischen Kunstpreis am Dienstag und den Ehrenhof Preis am Mittwoch. Von Michael Tesch

Am Dienstag entschied die Jury der Bergischen Kunstausstellung in Solingen, ihr den Bergischen Kunstpreis 2017 der Essener National-Bank zu verleihen, Mittwoch gab das Museum Kunstpalast in Düsseldorf bekannt, dass die Künstlerin auch den Ehrenhof Preis erhält. Während der Bergische Kunstpreis mit 3500 Euro dotiert ist, umfasst der von dem Düsseldorfer Unternehmer Dr. Georg Landsberg 2015 ins Leben gerufene Ehrenhof Preis ein Volumen von 20.000 Euro. Diese Summe ist aufgeteilt in ein Preisgeld von 10.000 Euro, einer Einzelpräsentation im Museum Kunstpalast sowie einer Publikation. Die Ausstellung von Morgaine Schäfer wird parallel zum Rundgang der Kunstakademie im Februar 2018 im Düsseldorfer Kunstpalast zu sehen sein.

Der Ehrenhof Preis richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf, die zum jährlich stattfindenden Rundgang ihre Abschlussarbeit präsentieren. Wie bei der Bergischen in Solingen entscheidet auch in Düsseldorf eine Jury über die Vergabe des Preises. Morgaine Schäfer, die in der Klasse von Prof. Christopher Williams studiert hat, erhielt die Auszeichnung für ihre Abschlussarbeit mit dem Titel "Westen - wschód". Wschód ist der polnische Begriff für Osten. Ausgangspunkt für die Fotografien der Rauminstallation waren Dias von Aufnahmen, die Schäfers deutscher Vater von der Familie ihrer polnischstämmigen Mutter gemacht hatte. Mit den Dias in der Hand fotografierte sich die Künstlerin selbst.

Für zwei der Fotografien der Bilderserie ("Archiv No. 2301 - Pose 1 und Pose 2") erhielt Morgaine Schäfer den Bergischen Kunstpreis der National-Bank. "Meine Arbeiten beschäftigen sich im Groben mit der Frage nach Identität, exemplarisch an meiner Herkunft", beschreibt die 1989 in Wolfsburg geborene Künstlerin ihren konzeptuellen Ansatz. Die in der Serie "Archiv No." von ihr eingenommenen Posen bezeichnet Schäfer als unnatürlich. "Sie sind abgeleitet und inspiriert von Niederländischer und Deutscher Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts." Alle Dias, die Schäfer in den Porträts in der Hand hält, stammen aus ihrem privaten Familienfundus. "Mit diesen Fotoarbeiten appelliere ich an ein allgemeines Bildgedächtnis", so die Künstlerin. Denn jeder würde diese Art von Dias und Fotografien ja aus dem eigenen Fotoalbum kennen. "Durch die Pose, die ich einnehme, rücke ich mich in den Hintergrund und breche die Beziehung zwischen mir und dem Dia auf."

Drei Zeitlichkeiten würden sich durch die Aufnahmen ergeben: "Die Pose, die sich auf die Bildtraditionen der ,Alten Malerei' bezieht, das Bild im Bild, das persönliche Erinnerung suggeriert, und dem Stand der Technik, der sich in der Aufnahme an sich widerspiegelt." Denn die Aufnahmen sind so hochauflösend, dass man sie aus zwei Entfernungen betrachten kann. "Aus der Ferne sieht man mich, wie ich etwas halte. Von Nahen erkennt man genau, was auf dem Dia abgebildet ist."

Für Gisela Elbracht-Iglhaut vom Solinger Kunstmuseum ist die Verleihung des Ehrenhof Preises an Morgaine Schäfer auch die Bestätigung ihrer Entscheidung. "Sie vertritt eine kluge, sehr überlegte Position. Mit Tiefgang. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass sich die Jury für sie als Bergische Kunstpreisträgerin 2017 entschieden hat", so die stellvertretende Direktorin.

Quelle: RP
 
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