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Rhein-Kreis Neuss
Sparkasse festigt führende Marktposition

Rhein-Kreis Neuss: Sparkasse festigt führende Marktposition
Bewährtes und erfolgreiches Vorstandsquartett der Sparkasse Neuss; v. l.: Heinz Mölder, Michael Schmuck, Dietmar Mittelstädt und Volker Gärtner. FOTO: SK Neuss
Rhein-Kreis Neuss. Vorstand legt "solide" Jahresbilanz 2015 auf "leicht ermäßigtem Niveau" vor. Überschuss bleibt mit 5,9 Millionen Euro nahezu stabil. Schwierige Rahmenbedingungen und niedriges Zinsniveau erhöhen Druck für das laufende Jahr. Von Ludger Baten

Mit einem Marktanteil von 50 Prozent kreisweit ist und bleibt die Sparkasse Neuss der Platzhirsch. Doch den Druck der schwierigen Rahmenbedingungen und des anhaltend niedrigen Zinsniveaus spürt auch der Branchenprimus. Zwar schafft das Geldhaus mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 5,8 Millionen Euro (2014: 5,9) ein Ergebnis "auf leicht ermäßigtem Niveau", doch einige Indikatoren lassen gut erkennen, warum gestern der Vorstandsvorsitzende Michael Schmuck (59) bei der Bilanzpressekonferenz nur zurückhaltend von "soliden" Zahlen sprach. Das Betriebsergebnis vor Bewertung sackte auf 44,1 Millionen Euro (Vorjahr: 48,2) ab und entspricht nur noch 0,70 Prozent der Durchschnittbilanzsumme - im Vorjahr waren es noch 0,76 Prozent.

Die Sparkasse Neuss, deren Geschäftsbereich deckungsgleich mit dem Rhein-Kreis ist, legte gestern für das abgelaufene Jahr eine erfolgreiche Bilanz vor, mit der das öffentlich-rechtliche Finanzinstitut seine führende Marktposition festigt. So kam dann Schmuck auch zu dem Fazit: "Der Kurs stimmt. Wir sind mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden." Als Gründe nannte der Vorstandschef die Vorteile des Geschäftsmodells Sparkasse ("Das ist ethisch einwandfrei") und die guten Leistungen im Kundengeschäft. Das von ihm geführte Haus legte sowohl bei den Neuvalutierungen von Krediten (621 Millionen gegenüber 506 im Jahr 2014; insgesamt stabil 5 Milliarden Euro) kräftig zu als auch bei den Einlagen, die um 3,8 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro anstiegen. Unter dem Strich, so resümierte Michael Schmuck, habe die gesamte Region an Rhein und Erft von der erfolgreichen Arbeit der Sparkasse Neuss profitiert: Spenden und Sponsorenleistungen, Ausschüttungen an die Träger sowie verlässliche Steuerzahlungen summierten sich wie in den Vorjahren auf 13 Millionen Euro. In den Genuss von Sparkassen-Zuwendungen kamen rund 400 Vereine, Einrichtungen und Initiativen.

Auch für das laufende Geschäftsjahr 2016 erwartet Schmuck ein "Ergebnis auf Vorjahresniveau", allerdings sei es "schwer genug", die guten Ergebnisse der Vergangenheit "zu verteidigen". Dafür seien angesichts der nicht von der Sparkasse zu beeinflussenden schwierigen Rahmenbedingungen erhebliche Anstrengungen auf der Ertrags- wie auch der Kostenseite erforderlich. Zudem sei es angesagt, das Eigenkapital zu stärken. Vor diesem Hintergrund sei auch die Empfehlung zu verstehen, in diesem Jahr auf die Ausschüttung an die kommunalen Träger in Höhe von vier Millionen Euro zu verzichten und mit dem Betrag die Rücklage zusätzlich aufzustocken. Die Entscheidung treffe aber nicht der operative Vorstand, sondern die Trägervertreter in den zuständigen Gremien der Sparkasse. Das Geld stehe im erwirtschafteten Jahresüberschuss bereit. Einen Streit um die Verwendung des Gewinns werde es im Rhein-Kreis Neuss nicht geben.

Die Sparkasse Neuss gehört nach eigenen Angaben unverändert zu den 40 größten der insgesamt 413 deutschen Sparkassen. Dass sich die Bilanzsumme im vergangenen Geschäftsjahr von 6,3 auf 6,0 Milliarden Euro verringerte, macht den Sparkassen-Chef nicht nervös. Als Grund nannte Schmuck, dass freiwerdende Liquidität aus fälligen Wertpapieren zur Rückzahlung auslaufender Refinanzierungen genutzt worden seien. Ergebnis wurde von 1203 Mitarbeiter sowie 76 Auszubildenden erwirtschaftet.

Eine Änderung gab's im Vorstand. Volker Gärtner, der bisher das Privatkunden-Geschäft leitete, übernahm von Michael Schmuck nun zusätzlich auch den Bereich Geschäftskunden.

Quelle: NGZ
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