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Alpen
70 Baumpaten für Ratsbongert

Alpen. Der geplante "Ratsbongert" der NABU-Ortsgruppe Alpen sorgt für Gesprächsstoff. Bei einer Versammlung in der Gaststätte "Zum Dahlacker" informierte NABU-Vorsitzender Christian Chwallek etwa 40 Anwesende über das Projekt. Auf der circa 8000 Quadratmeter großen Fläche, die sich vom Dahlackerweg bis zur Rathaustraße zwischen Mittelweg und B 58 erstreckt, sollen im Herbst Obstbäume gepflanzt werden. Von Cornelia Krsak

Bis zu 100 Obstbäume sind geplant

Ziel ist die Anlage einer Streuobstwiese in Zusammenarbeit mit der NABU-Kreisgruppe Wesel. Derzeit werden noch Naturfreunde gesucht, die eine Baumpatenschaft übernehmen wollen. 70 Paten hätten sich inzwischen gemeldet, so Chwallek. Insgesamt sollen bis zu 100 Bäume verschiedener alter Obstsorten angepflanzt werden. Wer möchte, kann sich an seinem Patenbaum mit einem Namensschild verewigen lassen. Eine Baumpatenschaft kostet 100 Euro. Für das Namensschild werden 20 Euro extra berechnet.

Die regionale Vermarktung werde z. B. durch den Verkauf von Streuobstsäften angekurbelt. Zudem würden das gemeinschaftsbildende Engagement gefördert. Der NABU will möglichst viele Bürger mit ins Boot holen. Möglich sei, örtliche Imkereiverbände und die Schulen einzubeziehen. Mit den beiden Alpener Familienzentren arbeite der NABU schon jetzt zusammen. Denkbar seien jährliche Streuobstwiesenfeste, die Anlage einer "Hochzeitswiese", auf der Paare ihr eigenes Bäumchen pflanzen, oder die Vergabe von Gutscheinen für Jubiläen und Geburtstage.

Für einige der Anwesenden klangen die Ideen wie ferne Zukunftsmusik. Die Stadtverwaltung habe schon viele Projekte für die Fläche angedacht und nicht realisiert, kritisierte ein Anwohner. Auch wäre man gerne früher über das Vorhaben informiert worden. Andere fürchten, dass Hundebesitzer die Obstwiese nutzen könnten, um ihre Vierbeiner dort ihr Geschäft verrichten zu lassen. "Dann muss man eben mit diesen Leuten reden", betonte Chwallek. Falsch sei, das Projekt deshalb schon vor der Umsetzung fallen zu lassen.

Kirchengemeinde betroffen?

Für Aufregung sorgte auch die Tatsache, dass die evangelische Kirchengemeinde Alpen daran erinnerte, dass sie Eigentümerin eines Teils der Fläche sei. Pachtverträge könnten nur jeweils für zehn Jahre vergeben werden, machte Pfarrer Dr. Hartmut Becks deutlich. Sollte der Pachtvertrag danach nicht verlängert werden, müsste die Fläche wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden. "Das sind rechtliche Vorgaben, die wir leider nicht ändern können", sagte Becks. Grundsätzlich begrüße die ev. Kirche jedoch das Vorhaben.

Beim NABU und bei der Gemeinde Alpen sorgte die Einlassung des Pfarrers für Irritationen. Die Fläche der Kirche grenze zwar an das Obstwiesengelände, sei aber nicht direkt betroffen. Zudem handele es sich nur um eine im Vergleich zur Gesamtfläche kleine Fläche.

Quelle: RP
 
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