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Rheinberg
Amplonius mit Inhalten füllen

Rheinberg. Stiftungsvorsitzender Heinz Pannenbecker hält nicht viel von einer Statue.

Heinz-Jürgen Lenz aus Ossenberg hatte angeregt, mit dem Namen Amplonius stärker für Rheinberg zu werben. "Das Problem dabei ist, dass Amplonius Ratingk de Berka nur wenigen Menschen in Deutschland bekannt sein dürfte, und daneben in Rheinberg so wenig Hinterlassenschaften vom großen Sohn der Stadt existieren", sagt Heinz Pannenbecker, ehemaliger Leiter des Amplonius-Gymnasiums und Vorsitzender Stiftung Amplonius Novus.

Es gibt keine Original-Dokumente oder Urkunden von Amplonius in Rheinberg, sein Geburtshaus ist längst nicht mehr im ursprünglichen Zustand vorhanden, seine großartige Büchersammlung befindet sich nicht am Niederrhein, sondern wurde von ihm selbst nach Erfurt gebracht, eigene gelehrte Schriften aus seiner Feder liegen nicht vor und authentische bildliche Darstellungen seiner Person gibt es ebenfalls keine - die Bildnisse in Rheinbergs "Altem Rathaus" und im Gymnasium, so fasst Pannenbecker zusammen, seien reine Phantasieprodukte - "wie wohl demnächst auch die für teures Geld errichtete Statue. Wer's mag..."

"Aber kann man damit das Andenken an einen Visionär pflegen und auf kommunaler Ebene werben", fragt der Vorsitzende. "Wären dafür nicht andere Aktionen sinnvoller?" Amplonius habe Bücher gesammelt. So biete sich zur Leseförderung die Stiftung eines Vorlesewettbewerbs für Grundschüler an. Oder man könnte eine Bibliothek mit wissenschaftlichen Werken über Amplonius einrichten. Auch regelmäßige Vortragsreihen seien denkbar. Oder ein jährlicher Preis für literarisches Schaffen in der Region. Über die Teilnahme an der Stiftung Amplonius Novus könne man diskutieren. Mit seiner einzigartigen Stiftung sei Amplonius eine enorme Aufwertung schulischer Bildung in seiner Vaterstadt gelungen. Er eröffnete Rheinberger Schülern eine konkrete Zukunftsperspektive und legte sichere Grundsteine für Lebensplanungen und berufliche Aufstiegsmöglichkeiten. Heinz Pannenbecker: "Und genau hiermit kann Rheinberg ganz konkret werben, ohne historisierend zu werden, denn die Stiftung des Amplonius besteht fort. Ohne Unterstützung von offizieller Seite wurde das Stiftungskapital für Amplonius Novus zusammengetragen und seitdem werden Abiturienten des Rheinberger Gymnasiums auf ihrem Weg in und durch ein Studium finanziell unterstützt. "Es stünde der Stadt - und nicht nur ihr - gut zu Gesicht, die Arbeit der Stiftung hier und jetzt tatkräftig zu unterstützen - und natürlich auch damit zu werben", so Pannenbecker. Frei nach dem Motto "Tue Gutes und rede darüber!"

Quelle: RP
 
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