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Rheinberg
Cross-Talent die Rennmaschinen geklaut

Rheinberg: Cross-Talent die Rennmaschinen geklaut
Vincent Gallwitz ist Motocross-Meister ohne Rennmaschine: Nur den Helm und ein Ersatzvorderrad haben die Diebe zurückgelassen. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Vincent Gallwitz (17) aus Borth ist traurig und wütend zugleich: Unbekannte haben nachts seine zwei Motorräder aus der Werkstatt gestohlen. Nicht nur der materielle Verlust schmerzt. Der Traum von einer Rennfahrerkarriere ist in Gefahr. Von Nicole Maibusch

Wo bis vor wenigen Wochen noch die beiden Motorräder von Vincent Gallwitz standen, herrscht gähnende Leere. In der Nacht vom 7. auf den 8. Januar haben Diebe die Yamaha und die nagelneue KTM des 17-jährigen Motocross-Fahrers aus der Werkstatt geklaut. Wert der beiden Maschinen: rund 18000 Euro. Die Motorräder waren nicht gegen Diebstahl versichert, da die Prämien sehr hoch sind, so Vincent Gallwitz.

Vater Joachim Gallwitz kann sich noch lebhaft an den Morgen erinnern, als er den Diebstahl bemerkt hat. "Ich dachte erst, Vinni hätte die Maschinen anderswo abgestellt", sagt der 53-jährige Oberstabsfeldwebel. Schnell war aber klar: Die Langfinger haben nichts ausgelassen. Die neue KTM war teilzerlegt - alles futsch. Das lässt für Joachim Gallwitz, Vincents Berater, Mechaniker und Coach in Personalunion, nur einen Schluss zu: Wer hier am Werk war, kannte sich aus. "Jemand aus der Motocross-Szene, wahrscheinlich hier aus der Region", mutmaßt auch Vincent.

Hoffnung setzten die beiden überzeugten Motocross-Freaks zunächst noch in die Auswertung der Videoüberwachung eines direkt ans Familiengrundstück grenzenden Supermarktes. Doch die Bildqualität sei leider sehr dürftig. "Man erkennt einen Pkw sowie vermutlich einen Pferdeanhänger", berichtet Joachim Gallwitz. Dass die Polizei den Fall noch aufklären und die Maschinen wiederbeschaffen kann, hält er für unwahrscheinlich.

Für Abiturient Vincent ist damit die im April beginnende Rennsaison gelaufen. Und nicht nur das: Auch die weitere Motocross-Karriere steht auf der Kippe. Zwar wurde ihm zu günstigen Konditionen eine Ersatzmaschine zur Verfügung gestellt, doch wettbewerbsfähig sei er damit nicht mehr. Alles neu zu beschaffen, würde mit rund 38.000 Euro zu Buche schlagen.

"Allein eine Betriebsstunde - alles eingerechnet - kostet rund 200 Euro", rechnet Vater Joachim vor. Eine Summe, die die Gallwitz' nicht einfach auf den Tisch legen können. Und Sponsoren, die helfend einspringen können, seien rar gesät. "Motocross ist laut, schmutzig und wenig werbewirksam", lacht Vincent, der nach dem Abi gerne für ein bis zwei Jahre als Motocross-Profi ins Renngeschäft eingestiegen wäre, sich aber in Zukunft eher als Wirtschaftsjurist denn als Motorsportler sieht.

Pläne hatte er auf jeden Fall schon für 2016 geschmiedet: "Bei den ADAC MX Masters hätte ich mich in den Punkterennen etablieren und damit die Karriere weiter voranbringen können", sagt Vincent. Bereits 2013 war der Nachwuchspilot, der mit 4,5 Jahren auf einer Mini-Crossmaschine über die Pisten bretterte, Deutscher Jugend-Motocrossmeister in der 85- Kubik-Klasse. Voriges Jahr war er Vize-Mannschaftsweltmeister bei den Junioren.

Auch wenn's derzeit alles andere als rund läuft, Vincent muss bei den nächsten Rennen, unter anderen den Internationalen deutschen Meisterschaften ADAC MX Masters, an den Start gehen, um nicht aus dem Racing-Team zu fliegen und "irgendwie Anschluss" zu halten.

"Es macht traurig und wütend, dass Menschen alles kaputtgemacht haben, was wir uns aufgebaut haben", sagt auch Vater Joachim. Derzeit bleiben nur die Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse und die Hoffnung, dass vielleicht doch irgendwer den Diebstahl bemerkt hat. "Wer einen Verdacht hat, sollte sich auf jeden Fall bei der Polizei melden", appelliert Joachim Gallwitz an mögliche Zeugen.

Quelle: RP
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