| 00.00 Uhr

Rheinberg
Die Angst der Budberger vor Starkregen

Rheinberg: Die Angst der Budberger vor Starkregen
Die technische Sachbearbeiterin im Rheinberger Tiefbauamt, Ruth Fischer, prüft die Pumpenanlage mit ihren drei großen Pumpen. Sie können jeweils 600 Liter pro Sekunde pumpen. Das reicht aber nicht aus, um das Wasser abzutransportieren, das bei einem Jahrhundertregen fällt. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. 2014 und auch in diesem Jahr standen im Stadtteil zahlreiche Straßen und Keller voller Wasser. Inzwischen wurde die Pumpanlage aufgerüstet. Auf Antrag der SPD informierten Baufachleute der Stadt gestern Abend im Bürgerhaus. Von Uwe Plien

Als die SPD in den Sommerferien zu einem Info-Abend eingeladen hatte, wurde es sehr, sehr voll bei Steinhoff. Um die Zukunft genau dieses Landgasthauses sollte es an diesem Abend gehen und ging es auch. Aber weitaus mehr lag den rund 100 Budbergern etwas anderes am Herzen. Sie wollten erfahren, wie es mit der Kanalisation und der Regenwasserbeseitigung im Stadtteil aussieht. Denn die Budberger hat es Ende April 2014 und im Mai dieses Jahres zweimal heftig erwischt. Bei zwei Starkregen standen zahlreiche Keller unter und viele Straßen voller Wasser. Grund genug für die SPD, einen weiteren Informationsabend der Stadtverwaltung zu diesem Thema zu beantragen. Zumal sich mit dem derzeit entstehenden Neubaugebiet Nr. 12 eine neue Situation ergibt.

Das Treffen fand gestern Abend im Bürgerhaus am Sportplatz statt. Mehr als 50 Interessierte hörten, was der Technische Dezernent Dieter Paus, Fachbereichsleiter Robert Braun und Gert Graf-van Riesenbeck, Mitarbeiter des von der Stadt Rheinberg beauftragten Ingenieurbüros Pecher, zu berichten hatten.

Das Büro Pecher untersucht den Zustand des Kanalnetzes in Budberg. Eine entscheidende Frage dabei: Wie leistungsstark muss das Pumpwerk 805 (das berühmt-berüchtigte an der Rheinberger Straße) ausgestattet sein? Schließlich befördert es die Abwassermengen der gesamten südlichen Stadt Richtung Rheinberg und dann weiter zur Kläranlage.

Die städtische Pumpanlage ist für 760.000 Euro nachgerüstet worden. Vier Pumpen, die im Falle eines Falles auch automatisch in Betrieb gehen, stehen nun bereit. 1800 Liter Wasser pro Sekunde können sie verarbeiten. Genug, so erklärte Robert Braun, für statistisch fünfjährige Starkregenereignisse, aber nicht genug für 20- oder gar 100-jährige. "Das wäre wirtschaftlich nicht mehr vertretbar", so Braun. "So groß können wir die Kanalrohre nicht bauen." Konsequenz: Jeder einzelne Grundstückeigentümer ist gefordert, sich selbst vor stärkeren Hochwassern zu schützen. So ist es im Neubaugebiet etwa Pflicht, Niederschlagswasser im eigenen Garten versickern zu lassen. Paus versicherte: "Die Anlage ist seit einer Woche abgenommen und ist auf dem Stand der Technik." In der Verwaltung habe man zwischenzeitlich die Kontrollmechanismen verbessert.

Die Stadt wird ihr Abwasserbeseitigungskonzept fortschreiben und ab 2018 die Kanäle in der Dresdener Straße, Fliederstraße, Von-Büllingen-Straße und Ginsterstraße ausbauen. Partiell jedenfalls. Dadurch entstünden bereits wichtige Retentionsräume, die Regenwasser aufnehmen könnten. Für das komplette Sanierungskonzept sind 1,23 Millionen Euro in den Haushalt eingestellt. Das Großziel der Stadt lautet, einen Generalentwässerungsplan für das komplette Stadtgebiet zu erarbeiten. Einem Mammutaufgabe sei das, betonte Dieter Paus. Er sagte zu, Spezialfragen einzelner Budberger etwa zu Bauhöhen gerne zu beantworten.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Rheinberg: Die Angst der Budberger vor Starkregen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.