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Rheinberg
Gewerbe-Objekt am Nordring für 471.500 Euro versteigert

Rheinberg. Das letzte Gebot kam gestern auf dem allerletzten Drücker. Ein paar Sekunden später, und Rechtspflegerin Ursula Burike hätte zwei Bietern aus Essen den Zuschlag erteilt. Das Ehepaar wäre bereit gewesen, 460.000 Euro für eine Immobilie im Rheinberger Gewerbegebiet Nordring zu zahlen. Doch ihre Vorfreude währte nicht lange. Der einzige Mitbieter warf schnell noch ein "Ich erhöhe auf 471.500 Euro" in den Ring - dann war die eiskalte Poker-Partie entschieden. Von Uwe Plien

Weil auch die Gläubigerbanken zustimmten, geht das Objekt an zwei Immobiliengesellschaften aus Meerbusch und Niederkrüchten, die ein gemeinsames Gebot abgegeben hatten. Welche Pläne sie am Nordring verfolgen, wollten die beiden Vertreter im Rheinberger Amtsgericht nicht verraten.

Das Gewerbeobjekt am Nordring 40 besteht aus Lagerhalle, Büro- und Sozialtrakt sowie einer Betriebsleiterwohnung. Es ist 2004 gebaut worden. Die Grundstücksfläche beträgt 2799 Quadratmeter. Die Nutzfläche liegt bei 743 Quadratmetern, die Wohnung hat 210 Quadratmeter. Das Gebäude wird im Gutachten als "gepflegt" und mit "mittlerer bis guter Ausstattung" beschrieben. Als Zubehör gehört eine Photovoltaikanlage dazu.

Erster Eigentümer war ein Bauunternehmer, nun sind dort die Unternehmen "Sonnendach" und "Hecker Solar und Energiesysteme" untergebracht. Wie Eigentümer Ulrich Hecker gestern versicherte, stehe die Zwangsversteigerung in keinem Zusammenhang mit der Situation seiner Unternehmen. "Die Firma Sonnendach ruht momentan, aber Hecker Solar und Energiesysteme hat gut gefüllte Auftragsbücher. Es läuft sehr gut bei uns", sagte Hecker.

Die Volksbank Niederrhein hatte als Hauptgläubigerin Ansprüche in Höhe von 570.000 Euro plus Zinsen und Verfahrenkosten geltend gemacht, die Sparkasse am Niederrhein weitere 50.000 Euro plus Zinsen und Verfahrenskosten. Weitere Forderungen, unter anderem von der Stadt Rheinberg für ausstehende Grundbesitzangaben, belaufen sich auf 3407 Euro.

Die Banken hatten zu Beginn der Zwangsversteigerung festgelegt, dass das Objekt nur als Ganzes ersteigert werden dürfe. Der Verkehrswert war mit 641.400 Euro angegeben worden.

Quelle: RP
 
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