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Rheinberg
Hier tauschen sich alleinerziehende Mütter aus

Rheinberg. Die Rheinberger Diakonie-Dienststelle bietet ein wöchentliches Frühstück in der Begegnungsstätte Reichelsiedlung an.

Gemeinsam Frühstücken soll Mut machen und gegen Einsamkeit helfen. Deshalb gibt es schon seit knapp 25 Jahren ein "Alleinerziehenden-Frühstück" der Grafschafter Diakonie.

"Meine Mutter und mein Telefon waren meine einzigen Kontakte nach außen, sozusagen meine einzigen Freunde"", erzählt Nadine Karata. Die 35-Jährige hat ein Brötchen und eine Tasse Kaffee vor sich stehen. Die Frauen, die mit der alleinerziehenden Mutter von fünf Jahre alten Zwillingen im Gruppenraum der Begegnungsstätte Reichelsiedlung am Frühstückstisch sitzen, lächeln. Diese Lage ist ihnen aus eigener Erfahrung bekannt.

Zwölf Frauen machen sich jeden Freitag auf den Weg in die Begegnungsstätte an die Eschenstraße. Das gemeinsame Frühstück für alleinerziehende Eltern bietet die Rheinberger Dienststelle der Grafschafter Diakonie an.

Einsamkeit, Erschöpfung, Armut. Damals wie heute haben die Frauen mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen. "Ein Großteil muss von Sozialleistungen leben oder diese zusätzlich zur Arbeit in Anspruch nehmen", sagt Sozialarbeiterin Katharina Pausch von der Rheinberger Diakonie-Dienststelle, die die Frühstücksvormittage begleitet. Das gilt für Chantal Therapalasuntheran, die mit achtjähriger Tochter und Vormittags-Job in der Altenpflege einen bis nach 21 Uhr durchgetakteten Alltag im Alleingang meistert, wie auch für Doreen Weber (30), deren Kinder bereits älter sind. Zeit für Pausen bleibt den Frauen im Alltag nicht. "Auf Dauer ist es extrem anstrengend, sich auch bei einer Bronchitis oder Schlimmerem überhaupt nicht ins Bett legen zu können oder in schwierigen Situaitionen keinen Ansprechpartner zu haben." Nicht jede der Mütter hat deshalb den Wunsch nach einem Partner. Dafür bliebe auch kaum Zeit, sagt die 26-Jährige Chantal Therapalasuntheran. Umso mehr schätzt die junge Rheinbergerin die Gespräche in der Freitagsrunde. Das geht auch den Anderen so: Man fühle sich in der Gruppe gut aufgehoben, was besprochen werde, werde nicht nach außen getragen, sagen sie.

"Die Frauen finden hier eine für ihren Alltag ganz wichtige Entlastung durch Austausch und Verständnis in der Gruppe. Das macht Mut und schafft Entlastung", weiß Sozialarbeiterin Pausch. Und die Stimmung ist gut. Das sorgt für optimistische Gedanken. So wie bei Nadine Karata, die derzeit nicht berufstätig sein kann. "Es ist keine leichte Situation, aber ich denke, dass es irgendwann auch beruflich für mich etwas Gutes ergeben wird."

Quelle: RP
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