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Rheinberg
In den Schulen wächst Europa zusammen

Rheinberg. Zum ersten Mal sind spanische Schüler am Amplonius-Gymnasium in Rheinberg zu Gast. In Xanten sind derzeit wieder 40 Schüler des Collège Edgar Quinet aus Saintes zu Besuch. Alle Teilnehmer sind begeistert. Von Sassan Dastkutah und Beate Wyglenda

Zum ersten Mal sind spanische Schüler am Amplonius-Gymnasium. Seit letzten Montag besuchten 13 spanische Mädchen und Jungen im Alter von elf bis 15 Jahren die Schule. Initiiert hatte dies Spanischlehrerin Eva Nora Oeter mit ihrer spanischen Kollegin Elisa Benninghoff, die am Colegio Alauda in Córdoba Deutsch unterrichtet. "Über einen Kollegen habe ich den Kontakt zu meiner spanischen Kollegin geknüpft", schilderte Oeter. Schulleiter Marcus Padtberg ist stolz, dass die Spanischlehrerin den Austausch organisiert hat. "Das fördert die interkulturelle Kommunikation. Europa wächst zusammen", meinte er begeistert. Auch in Xanten: Dort sind 40 Schüler des Collège Edgar Quinet aus Saintes zu Gast an Marienschule und Walter-Bader-Realschule.

Im Spanischunterricht in Rheinberg war erstmal Begriffe-Raten angesagt. Die spanischen Schüler beschrieben Begriffe oder Personen mit spanischen Stichworten. So rief Austauschschülerin Isaura Lorente das Wort "Carrera" in die Klasse. Die deutschen Schüler antworteten "Formel Eins", was sie mit einem fröhlichen "Si" bejahte. Schnell kamen die deutschen Ratefüchse auf den spanischen Rennfahrer Fernando Alonso. Die Stimmung im Klassenraum war super, stetig wurde gelacht. Problemlos verständigten sich die Schüler mit Händen und Füßen, die vorerst Grundkenntnisse in den beiden Sprachen Deutsch und Spanisch haben. Aber interkulturelle Kommunikation kennt insbesondere bei jungen Menschen keine Sprachbarrieren. Ziel des Austausches sei es ja, die Sprachen zu lernen. Auch in den Gastfamilien haben die Gäste aus Córdoba schon viel erlebt. "Das ist toll hier. Es ist schon anders als bei uns in Spanien", erzählte Isaura Lorente begeistert. "Der Unterricht ist toll. Und wir haben schöne Ausflüge wie zum Duisburger Zoo gemacht", erzählte sie strahlend. Im März 2016 fahren die Amplonianer nach Spanien.

Seit zehn Jahren bereits pflegen die Marienschule und Walter-Bader-Realschule ihre Kontakte nach Frankreich. Neben dem deutschen Schulalltag sowie den üblichen Besichtigungen von Stadt und Sehenswürdigkeiten erwartet die Austauschschüler dieses Jahr allerdings auch ein Wettbewerb des Landes NRW. Gemeinsam mit den deutschen Altersgenossen erarbeiten sie einen kreativen Beitrag zum Thema Verkehrssicherheit. Eine wichtige Angelegenheit, wie Xantens stellvertretender Bürgermeister Rainer Groß bei der Begrüßung im Rathaus bemerkte. Jedes Jahr widmen sich die Austauschbesuche zwischen den deutschen und französischen Schülern einem anderen Thema. Dieses Jahr steht die Verkehrssicherheit im Zentrum der Aufgaben. Hierfür machen die Jugendlichen am Dienstag eine gemeinsame Exkursion nach Münster, wo sie den Schulwettbewerb "Go ahead" kennenlernen. "Ziel des Projektes ist es, einen kreativen Beitrag, etwa eine Geschichte, einen Liedtext, ein Foto oder einen Werbespot zu kreieren, der zum Helmtragen motivieren soll", erklärte Französischlehrerin Kirsten Schwarz. In Teams mit jeweils deutschen und französischen Schülern können die Jugendlichen ihre Ideen verwirklichen. Als Preisgeld winken bis zu 1000 Euro. Der stellvertretende Bürgermeister Rainer Groß wünschte viel Erfolg. Inspirationen bietet auch das zweitägige Sicherheitsparcourstraining auf dem Schulgelände, bei dem die Acht- und Neuntklässler ihre Fahrkünste je nach Alter mit Fahrrädern oder Mofas unter Beweis stellen dürfen. "In einer Zeit, in der Europa zunehmend zusammenwächst, ist es schön, dass sich schon so junge Menschen darum bemühen, einander kennenzulernen und Vorurteile abzubauen", betonte Groß.

Quelle: RP
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