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Rheinberg
Klangvolle Premiere an der Orgel

Rheinberg. Christoph Willer überzeugt beim Auftakt der Orsoyer Konzertreihe. Von Peter Gottschlich

Etwa 90 Zuhörer kamen in die evangelische Kirche, um bei der ersten Ausgabe der Orsoyer Orgelkonzerte dabei zu sein. Sie erlebten eine klangvolle Premiere, für die sie sich mit langem Applaus bei Christoph Willer bedankten. Der Organist bedankte sich seinerseits mit der Toccata in d-Moll als Zugabe, die Johann Sebastian Bach zugeschrieben wird und weltweit zu den bekanntesten Orgelwerken zählt. "Ich bedanke mich, in dieser wunderschönen Kirche spielen zu dürfen", sagte der 58-jährige Essener. "Die Orgel hat eine wunderbare Klangfarbe."

Mit dem deutschen Barockkomponisten hatte der Dozent an der Schumann-Musikhochschule Düsseldorf auch das erste Konzert der neuen musikalischen Reihe gestartet. Er hatte die Fantasie in G-Dur gespielt, die pathetisch und kraftvoll die Luft vibrieren lässt, wie eine Toccata. Diesem schnellen und lauten Stück schloss er mit dem Largo aus dem Cembalokonzert in f-Moll ein langsames und leises an.

Den Wechsel eines "schlagenden Stückes", wie Toccata übersetzt werden kann, mit einem weniger schlagenden führte der Organist fort, dessen Frau Nadine Willer den Orsoyer Chor "Music 4 me" leitet. Parallel dazu unternahm er eine Reise durch die Geschichte der Orgelmusik. Sie begann bei Johann Pachelbel, von dem er die Toccata in e-Moll und in F-Dur spielte. Sie führte über Bach zu den französischen Romantikern León Boellmann und Charles-Marie Widor. Von ihnen präsentierte er das Gebet an Notre Dame aus der gotischen Suite und die Toccata in f-Moll aus der 5. Orgelsymphonie.

Beide Orgelwerke sind genauso bekannt wie die Toccata aus einer Suite über usbekische Themen unbekannt ist. Ihr Komponist Georgi Muschel hatte in der Stalin-Ära mit dem Komponieren begonnen, so dass er später weder in der östlichen noch in der westlichen Welt Gehör fand. Dabei verband er klassische Musik, usbekische Folklore und Moderne zu einem ganz eigenen Klang, der wie Filmmusik oft ein Programm hat. So konnten die Zuhörer Reiter aus der usbekischen Steppe durch die Orsoyer Kirche stürmen hören - ein Höhepunkt des Konzertes.

Das zweite Orsoyer Orgelkonzert gibt am Sonntag, 3. Juli, Michael Schütz. Er ist Kantor der Trinitatiskirche in Berlin-Wilmersdorf und lehrt Popularmusik an der Universität der Künste in Berlin. Er wird vor allem eigene Kompositionen vortragen. Das Konzert in der evangelischen Kirche beginnt um 17 Uhr. Es wird vom Lions-Club Kamp-Lintfort gesponsert. Der Eintritt ist frei. Eine Spende ist erwünscht.

Quelle: RP
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