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Rheinberg
Probleme in Orsoy offen ansprechen

Rheinberg: Probleme in Orsoy offen ansprechen
Noch wird in einigen Räumen gearbeitet. Voraussichtlich am 1. Februar kommen bis zu 300 neue Flüchtlinge nach Orsoy. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Markus Jansen, Leiter der Zentralen Unterbringungseinrichtung, ist Ansprechpartner, wenn es um Flüchtlinge geht. Von Sassan Dastkutah

Markus Jansen (30), Leiter der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) im ehemaligen St.-Marien-Hospital, setzt auf Kommunikation und Transparenz. Damit die Menschen, die dort leben (derzeit sind knapp 200 Flüchtlinge im alten Schwesternheim untergebracht), und die Orsoyer einen gemeinsamen Weg für ein vernünftiges und stressfreies Zusammenleben finden. "Ich will hin zur Willkommenskultur", unterstreicht Jansen. Das sei aber ein Geben und Nehmen,, so der Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg. Der Austausch zwischen den Mitarbeitern und den Bürgern sei dafür erforderlich. "Miteinander sprechen ist ganz wichtig." Nur wenn alles offen angesprochen werde, könne er sich der Probleme annehmen, sofern es welche mit Flüchtlingen gebe. Markus Jansen: "Ich kann nicht darauf reagieren, wenn auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerken Kritik geäußert wird. Das kriege ich leider nicht alles mit", so der ZUE-Leiter.

Deshalb schlägt er vor, sich direkt an die ZUE per Anruf oder Mail zu wenden, Jansen anzurufen oder eine E-Mail zu senden. Wer ein Problem habe, könne dieses in einer konkreten Mail beschreiben, indem er Zeit und Ort angebe, den Vorfall präzise beschreibe und gegebenenfalls eine Personenbeschreibung mache.

Fahima aus dem Irak, Mutter von fünf Kindern, isst mit Anwar und Chadrien im Speiseraum des alten Orsoyer Hospitals. FOTO: Fischer, Armin (arfi)

Der Leiter der ZUE verspricht, jede Mail zu beantworten und Lösungen zu suchen. Der regelmäßige Austausch mit der Polizei sei ein Baustein, den Bürgern Sicherheit zu geben. Jansen machte deutlich, dass zum Willkommensanspruch auch das richtige Verhalten gehöre. Um im Vorfeld Konfrontationen zu verhindern, gebe es deshalb für die Menschen in der Einrichtung Erklärungen, wie das hiesige gesellschaftliche Leben funktioniere. Respekt voreinander zu haben, sei ein ganz wichtiger Baustein. "Daran müssen sich alle halten." Egal welche Ethnie, Religion, Hautfarbe oder Geschlecht ein Mensch habe, alle seien gleich. Aber auch Regeln im täglichen Leben gebe die Unterkunft den Asylbewerbern mit auf den Weg, um die Integration zu fördern. "Beispielsweise kennen viele Flüchtlinge kein Pfandsystem, verstehen nicht, warum eine Flasche Cola an der Kasse teurer ist, als sie ausgezeichnet war." So was könne wegen der Sprachbarriere zu Konflikten führen. Genauso wie den Flüchtlingen erklärt werde, dass sie im Supermarkt kein Obst probieren dürfen, um es anschließend wieder zurückzulegen. "Wir erklären, welche Verhaltensweisen hier bestehen." Jansen will damit schon im Vorfeld verhindern, dass es zu Missverständnissen kommt.

Geplant sind Infoabende, ebenso Aktionstage. Auch sollen in der ZUE Deutsch- und Integrationskurse angeboten werden. Wer sich an die Einrichtung wenden will, kann unter Telefon 02844 9056567 oder asyl.rheinberg@bra.nrw.de Kontakt aufnehmen.

Quelle: RP
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