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Rommerskirchen
B477n: Hamster weg - Kritik bleibt

Rommerskirchen: B477n: Hamster weg - Kritik bleibt
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Rommerskirchen. In der Diskussion um die Bundesstraße sieht sich der Verein "Pro Natur und Heimat" in seinen Befürchtungen bestätigt. Sprecher Manfred Schauf hält die seit langem geforderte Tieferlegung der Trasse für zwingend erforderlich. Von Sebastian Meurer

Der Feldhamster hat die Rommerskirchener Kommunalpolitiker und Verwaltungsleute in der Vergangenheit immer wieder beschäftigt. Nachdem 2004 ein großes Vorkommen der Tiere in Butzheim entdeckt wurde, musste die ursprünglich vorgesehene Trassenführung für die B 477n entlang des Butzheimer Bruchs zugunsten der Umgehung im Bereich Bahndamm aufgegeben werden. Jetzt sind die Hamster nicht mehr im Weg, doch für die B 477n sieht es trotzdem trübe aus: Sollte die Bundesregierung die geplante Umgehungsstraße B 477n im Sommer nicht in den vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswege- Entwicklungsplans hochstufen, ist an eine Realisierung des Projekts in absehbarer Zeit nicht mehr zu denken. Die bisherige Planung wäre hinfällig, denn erst 2030 könnte das Vorhaben dann noch einmal auf Bundesebene eine größere Rolle spielen.

Der Feldhamster hat jedenfalls mit dem weiteren Gang der Dinge wohl nichts mehr zu tun - auch mangels Masse, wie gestern Michael Stevens, der Leiter der Biologischen Station des Rhein-Kreises Neuss in Knechtsteden, bestätigte. Demnach ist 2014 und 2015 in Butzheim jeweils nur noch ein einziger Hamsterbau registriert worden. Der vom Aussterben bedrohte und rechtlich strengstens geschützte Nager müsste buchstäblich von Menschenhand neu angesiedelt zu werden, um hier noch einmal eine Rolle zu spielen.

Die vor zehn Jahren komplett neu ausgerichtete Planung für die B 477n führte seinerzeit zur Gründung des Vereins "Pro Heimat und Natur". Zunächst überaus skeptisch gegenüber der Verlegung der Trasse hinter den Bahndamm, hat die Initiative dies zwar akzeptiert, begleitet den weiteren Gang der Dinge seither jedoch kritisch. "Nach der Verlegung der Trasse auf die sogenannte Bunkerlinie und damit weg vom Bahndamm war der Verein ,Pro Natur und Heimat' nie grundsätzlich gegen eine Ortsumgehung", betont sein Sprecher Manfred Schauf. Problematisch sei für die Mitglieder "jedoch immer die Gefahr der zunehmenden Emissions- und Lärmbelästigung durch zusätzlichen überregionalen Verkehr", sagt Schauf. In seinen Befürchtungen sieht sich der Nettesheimer durch den "Hinweis von Bürgermeister Martin Mertens auf die Bedeutung der B 477n als Verbindung zwischen diversen Autobahnen bestätigt". Schauf weiter: "Auf diese Gefahr haben wir immer hingewiesen, nun wird dies von der Politik offiziell bestätigt." Nach Auffassung von Schauf "kann niemand wollen, dass zusätzlicher überregionaler Schwerverkehr an die Gemeinde herangeführt wird und die gesamte Bevölkerung noch stärkeren Emissionen ausgesetzt wird. Für ihn entspricht eine solche Transittrasse wie von Mertens jetzt ins Spiel gebracht, auch nicht dem ursprünglichen Ratsbeschluss, der eine lokale Ortsumgehung vorsah. Der Sprecher von "Pro Natur und Heimat" bekräftigt denn auch die Haltung der Initiative: "In jedem Fall halten wir - gerade auch nach den negativen Erfahrungen bei der B 59 n- eine Tieferlegung für zwingend notwendig und erwarten von der Politik, dass sie sich dafür stark macht."

Und der Feldhamster? Auch wenn einige Landwirte laut Stevens' abgesprungen sind, gibt es immer noch gut ein Dutzend Bauern, die sich vertraglich unter anderem dazu bereit erklärt haben, den Feldhamster durch den Anbau ihm bekömmlicher Feldfrüchte anzulocken.

Quelle: NGZ
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