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Rommerskirchen
Europas beste Naturfotos in Sinsteden

Rommerskirchen: Europas beste Naturfotos in Sinsteden
Kathrin Wappenschmidtvom Kulturzentrum Sinnsteden mit dem Foto "Schattenläufer". Es stammt vom Gesamtsieger des Wettbewerbs, Richard Peters (GB), und zeigt einen Fuchs, der nachts durch dessen Garten gelaufen ist. Foto: Georg Salzburg FOTO: Georg Salzburg
Rommerskirchen. Im Kreiskulturzentrum sind ab morgen bis Ende November preisgekrönte Aufnahmen zu sehen. Die Qualität der außergewöhnlichen Bilder aus neun Kategorien, die nicht nachbearbeitet wurden, ist sehr hoch. Von Franziska Gräfe

Jedes der über 70 gehängten Bilder wäre es wert gewesen. Kathrin Wappenschmidt hat sich für "Löwenliebe im Regen" des norwegischen Fotografen Jon Langeland als Motiv für die Einladungskarte entschieden. Vor saftig-grünen Wiesen schüttelt der König der Tiere seine Mähne, so dass eine Bewegungsunschärfe entsteht. Das Weibchen liegt ganz ruhig und gelöst neben seinem Beschützer. "Es ist eben auf den ersten Blick ein spektakuläres Motiv", sagt die Leiterin des Kreiskulturzentrums in Sinsteden, wo ab morgen bis Ende November preisgekrönte europäische Tier- und Naturfotografien gezeigt werden.

Es sind die besten Beiträge aus dem 2015er-Wettbewerb "Europäischer Naturfotograf", den die Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT) jedes Jahr ausschreibt. Kunstwerke jedes einzelne, so außergewöhnlich und teils unwirklich, dass man Wappenschmidt kaum glauben mag, wenn sie sagt, dass "die Bilder nicht bearbeitet werden dürfen".

Die Fotografen bilden nicht ab, sie interpretieren die Schönheit und Perfektion, zu der nur die Natur fähig ist. Ein Bär beim Lachsfang in Kamschatka ist ein Beitrag aus Ungarn, ebenso die Aufnahme riesiger Vogelschwärme vor dem Abendhimmel im Tschad. Daneben zwei kämpfende Birkhähne in Finnland im Morgenlicht.

Die Jury um den Wuppertaler Fotografen Klaus Tamm kürte Aufnahmen in neun Kategorien, darunter Säugetiere, Vögel, Landschaften und Unter Wasser. Kathrin Wappenschmidt hat aus den 89 Bildern über 70 für die Sinstedener Hallen ausgewählt und dabei neben der Ästhetik auf andere Aspekte geschaut. "Wir wollen bestimmte Muster der Tiere zeigen und auch kontrastieren, die Vogelschwärme zum Beispiel mit Detailaufnahmen", erklärt sie. Eines ihrer Lieblingsmotive ist der deutsche Beitrag von Dirk Funhoff. Er trägt den Titel "Der erste Blick auf die Welt" und zeigt die Geburt einer Kegelrobbe auf der Insel Helgoland. Das Tier steckt noch in der Fruchtblase und schaut ganz wach durch diese hindurch auf seine Beobachter. "Ein natürlicher Vorgang, mit dem viele Menschen heute aber ein Problem haben, weil die Nähe zu den Tieren und auch die Empathie weniger wird", so Wappenschmidt.

Gleichsam sehenswert sind Fotografien von Flüssen, Mooslandschaften und Lavaströmen in der zweiten Ausstellungshalle, wo in der Kategorie "Mensch und Natur" auch ölverschmierte Pinguine gezeigt werden. Dazu erzählen kurze Texte die Entstehungsgeschichte jedes Fotos, flankiert von Informationen zur verwendeten Kamera und deren Einstellungen. Kreiskulturdezernent Tilmann Lonnes nennt die beeindruckende Schau "eine Bereicherung für die Bürger im Rhein-Kreis". Es ist bereits die fünfte Ausstellung im Rahmen des GDT-Wettbewerbs im Kreiskulturzentrum Sinsteden, das nicht zuletzt aufgrund seiner Rückriem-Skulpturen Renommee in der Kunstszene genießt. "Mit dieser Kontinuität binden wir auch unser Publikum", sagt Museumsleiterin Wappenschmidt.

Quelle: NGZ
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