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Rommerskirchen
Gemeinde prüft 22 Gillbach-Brücken

Rommerskirchen: Gemeinde prüft 22 Gillbach-Brücken
Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert zeigt die deutlichen Risse im Mauerwerk einer der Gillbach-Brücken. Bis 2016 müssen alle Brücken wieder geprüft werden. FOTO: Anja Tinter
Rommerskirchen. Die Gillbach- und fünf Bahndammbrücken müssen 2015/2016 auf ihre Tragfähigkeit hin untersucht werden. Von Sebastian Meurer

Vor vier Jahren führte die Politik hitzige Diskussionen um die Bahndammbrücken in der Gemeinde. Seitdem herrschte Ruhe. Das kann sich in diesem Jahr schlagartig wieder ändern, denn die Brücken in Rommerskirchen werden die politischen Gremien wieder beschäftigen. Die Mitglieder der Freizeit- und Wirtschaftswegekommission des Bauausschusses hat Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert darüber informiert, "dass weiterer Handlungsbedarf besteht".

Das gilt Reimert zufolge mit Blick auf die Prüfung, aber auch auf die Unterhaltung der Brücken. Die Gillbach- und Bahndammbrücken müssen untersucht werden. Derzeit offen ist die Frage, ob erneut ein Ingenieurbüro mit der Untersuchung der Brücken beauftragt wird, oder ob es erstmals ein Gemeinschaftsprojekt mit dem Rhein-Kreis Neuss geben wird.

Die Gemeinde ist zuständig für insgesamt 22 Brücken, die über den Gillbach führen, und für fünf Bahndammbrücken. Spätestens 2016 steht die alle sechs Jahre fällige Hauptuntersuchung an. Die nötige Ausschreibung will Tiefbauamtsleiter Rudolf Reimert nicht ohne Votum des Bauausschusses vornehmen, "da die Brücken ein für die Politiker immer interessantes Thema sind". Auch wenn der Ausschuss erst im September wieder tagt, beruhigt Reimert: "Die sechs Jahre sind ja noch nicht vorbei."

Nachdem Ende der 1990-er Jahre fast alle Gillbachbrücken als akut einsturzgefährdet galten und zeitweilig gesperrt waren, hat die Gemeinde neben den nötigen Sanierungen insgesamt sechs Brücken neu gebaut, davon zuletzt die am Eckumer Hermeshof 2011 und 2014 die am Alshof in Evinghoven. Einige Brücken wie etwa in Eckum sind schon seit längerem durch Poller für Autos unbefahrbar gemacht worden, um einen kostenträchtigen Neubau zu vermeiden.

Auch wenn das Gemäuer den einen oder anderen Riss aufweist, besteht offenbar keine Einsturzgefahr. Zwei Holzbrücken am Bahndamm hatte der Kreis 2013 neu bauen lassen. Was die fünf Bahndammbrücken angeht, bleiben nach Auskunft des Tiefbauamtsleiters die beiden in Evinghoven auf Dauer komplett gesperrt.

Bei den ursprünglich einmal für einen Abriss vorgesehenen Brücken "Zur Heide" in Ramrath und "Zur Mühle" in Hoeningen ist die Tonnage auf 5,5 Tonnen beschränkt worden: Große Lkw oder landwirtschaftliche Fahrzeuge oberhalb dieser Grenze dürfen sie nicht mehr passieren. "Es gibt keinen großen Unterhaltungsaufwand, wenn man die Belastung so beibehält wie vorgeschrieben", sagt Reimert. Für die Landwirtschaft und etwaigen Zulieferverkehr wurden andere Trassen eingerichtet.

Der Rat hatte Ende 2011 gegen heftigen Widerstand der CDU entschieden, die Brücken mindestens bis 2021 stehen zu lassen. Auch was die Gillbachbrücken angeht, ist nicht mit ähnlich spektakulären Vorfällen wie im Winter 2010 zu rechnen: Damals war eine über den Bach führende Uralt-Brücke in Anstel unter der Last eines Gülletransporters zusammengebrochen. Es kam aber bei diesem Unglücksfall niemand zu Schaden.

Quelle: NGZ
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