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Rommerskirchen
Gillbach-Schüler wandern für Tansania

Rommerskirchen: Gillbach-Schüler wandern für Tansania
Elke Lorleberg vor der "Bagamoyo-Themenwand". In der Partnerschule ist Schuluniform Pflicht. FOTO: Anja Tinter, Fotos (3): Bayo
Rommerskirchen. Mit fast 46.000 Euro hat die Gillbachschule in den vergangenen 15 Jahren den Auf-, Aus- und Erweiterungsbau der Epiphany-Primary-School in Tansania unterstützt. Dafür laufen die Erst- bis Viertklässler alle zwei Jahre viele Kilometer. Von Anneli Goebels

Als sie 2002 startete, hatte die Grundschule in Bagamoyo/Tansania 150 Schüler. Heute sind es 548 Schüler, von denen 400 auch das angeschlossene Internat besuchen. Es hat sich viel getan in den vergangenen Jahren, und angefangen hatte alles mit dem Wunsch der Gillbachschule, ein Projekt zu finden, für das sich die Erst- bis Viertklässler regelmäßig engagieren und für das sie spenden können. Und zwar, in dem sie alle zwei Jahre viele Kilometer durchs Gemeindegebiet wandern und für jeden gelaufenen Kilometer von ihren Sponsoren Geld bekommen.

Über die Missionsprokur Knechtsteden wurde Schulleiterin Elke Lorleberg im Jahr 2000 aufmerksam auf den Spiritaner-Pater Valentine Bayo, der sich in Bagamoyo um Jugendliche kümmerte, die auf der Straße lebten, keine Perspektive hatten. Die Spenden der Gillbachschule hätte er gerne für diese jungen Leute ausgegeben. "Doch das wollten wir nicht", sagt Lorleberg. Nicht etwa, weil sie diese Arbeit nicht für förderungswürdig hielten, sondern "weil wir für Kinder spenden wollten, die in dem Alter unserer sind", erklärt die Schulleiterin. "Das sind unsere Freunde aus Tansania" sollte das Leitbild werden. "Die Identifikation mit Jugendlichen wäre sicher schwierig gewesen", so Lorleberg. Vor drei Jahren, zum zehnjährigen Bestehen der Grundschule, war sie vor Ort, konnte sich überzeugen, wohin die Spenden aus dem fernen Rommerskirchen geflossen waren. Überrascht sei sie gewesen von dem hohen Lernstandard, überrascht aber auch von der Kargheit der Schlafräume des Internats. So schlafen 30 Schüler Bett an Bett, jeder hat nur ein kleines Regal für seine Sachen. Sofort hatte Elke Lorleberg die Idee, die Räume zu verschönern. "Doch das ist gar nicht gewollt, weil der Fokus ganz auf das Lernen ausgerichtet ist", sagt die Pädagogin. Und trotzdem seien die Kinder fröhlich und gut gelaunt. Gute Schüler hätten die Verpflichtung, schlechteren zu helfen. Die Lehrer dort stehen montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr zur Verfügung.

"Alle zwei Jahre, wenn unser Sponsorenlauf wieder ansteht, fragen wir bei Pater Bayo nach, wofür Geld gebraucht wird", sagt Lorleberg. Den Schülern in Rommerskirchen werden die Wünsche erklärt, Bilder von dem, was verwirklicht wurde, später gezeigt. In der Schule am Nettesheimer Weg gibt es zudem eine Themenwand zur Partnerschule. Die Schulkonferenz entscheidet, was mit dem Geld gemacht wird. So wurde nach dem Schulbau sowie dessen Erweiterung zum Internat (für die auch noch andere Sponsoren gefunden wurden), die Krankenstation ausgebaut und Wasserstellen für die Schüler errichtet, wo sie nicht nur sich, sondern auch ihre Wäsche waschen können. Die nächsten Geldmittel fließen in ein Lehrerzimmer, denn noch ist deren Aufenthaltsraum das Wohnzimmer von Pater Bayo. "Und ihre Korrekturen machen sie sitzend auf den Fluren", erzählt Lorleberg. Los geht es in Bagamoyo übrigens bereits mit dem Kindergarten. Nach der Klasse 7 steht dann der Wechsel auf die "Secundary School" an.

Quelle: NGZ
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