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Rommerskirchen
Ratsmehrheit lehnt Kinderarzt-Antrag ab

Rommerskirchen: Ratsmehrheit lehnt Kinderarzt-Antrag ab
Rechtsamtsleiter Gregor Küpper sieht die FDP-Idee kritisch. FOTO: Tinter
Rommerskirchen. Die FDP konnte sich mit ihrem Anliegen nicht durchsetzen. SPD-Chef Gless verstärkt Kritik. Von Stefan Schneider

Stephan Kunz kämpfte, aber am Ende standen er und seine liberalen Mitstreiter Gerhard Heyner und Marion Teegelbekkers alleine auf weiter Flur. Ihr Antrag "Kinder- und Jugendarzt in Rommerskirchen" wurde von allen anderen Ratsmitgliedern abgeschmettert.

Die FDP wollte die Verwaltung mit der Überprüfung der fachärztlichen Versorgung in der Gemeinde beauftragen, insbesondere im Bereich Kinder- und Jugendheilkunde. Zudem sollte die Wirtschaftsförderung die Ansiedlung eines Kinder- und Jugendarztes unterstützen. Die Verwaltung verwies darauf, dass nur die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Niederlassung von Medizinern regeln könne. Im Rhein-Kreis gebe es eine Versorgung mit Kinderärzten von 144 Prozent. Deshalb sei derzeit eine Neuansiedlung sowieso ausgeschlossen. Rechtsamtsleiter Gregor Küpper beurteilte zudem gezielte Subventionen an eine Person wie zum Beispiel einen Kinderarzt als "problematisch".

Erneut scharf attackiert wurde Kunz von SPD-Fraktionschef Heinz-Peter Gless, der dem FDP-Politiker unterstellte, "überflüssige Anträge" zu stellen, "um damit in die Presse zu kommen". Schon im Vorfeld der Sitzung hatte Gless Kunz Populismus vorgeworfen. An anderer Stelle legte er in der Ratssitzung am Donnerstagabend noch einen drauf und bezeichnet den Freidemokraten als "Zeiträuber". Kunz ließ sich nicht provozieren. "Niemand hat behauptet, dass es einfach ist, einen Kinderarzt nach Rommerskirchen zu holen", sagte er. Es gebe aber auch bei Überversorgung Ausnahmen. Kunz nannte das Beispiel Essen. Dort war ein Orthopäde per Sonderbedarfszulassung angesiedelt worden. Einen ähnlichen Fall gibt es im Kreis Kleve.

Diese Fälle seien aber mit der Situation im Rhein-Kreis Neuss nicht vergleichbar, entgegneten Bele Hoppe, Maria Theresia Kamp und Bürgermeister Martin Mertens für die Verwaltung. Denn es komme auch auf die Entfernung zum nächsten Facharzt an. Ein Kinderarzt sitze zum Beispiel in Wevelinghoven, nur zehn Kilometer von Rommerskirchen entfernt.

Die Versorgung mit Kinderärzten sei für die Gemeinde gesichert. Nichtsdestotrotz sei man stets mit der KV im Gespräch.

Quelle: NGZ
 
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