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Kontrollfahrten in Rommerskirchen
Feuerwehr kämpft gegen Falschparker

Rommerskirchen: Feuerwehr kämpft gegen Falschparker
Links ein geparktes Auto, rechts ein Gerüst: Bei solchen Situationen müssen Rettungskräfte runter vom Gas. Manchmal sind Engpässe durch Falschparker gar unüberwindlich - das kostet wertvolle Zeit, schlimmstenfalls Menschenleben. FOTO: ATI
Rommerskirchen. Immer wieder blockieren in Rommerskirchen Falschparker Einsatzwege für die Feuerwehr. Damit soll jetzt Schluss sein: in vier Ortsteilen führt die Wehr Kontrollfahrten ein. Sie sollen Autofahrer dafür sensibilisieren, Rettungswege freizuhalten. Von Stefan Schneider

Die Florianstraße in Butzheim hat ein Merkmal, das typisch ist für zahlreiche andere Verkehrswege in der Gemeinde Rommerskirchen: Sie ist recht schmal. Für ortsansässige Autofahrer, die mit solchen Bedingungen vertraut sind, ist das in der Regel auch kein Problem. Heikel wird es, wenn falsch geparkte Autos die Straßen zusätzlich verengen. Dann kann sogar Gefahr für Leib und Leben bestehen - wenn nämlich Feuerwehr und andere Rettungskräfte auf dem Weg zu einem Einsatzort aufgehalten werden und Opfern nicht schnell genug zur Hilfe kommen können.

An der Florianstraße wäre diese Situation jetzt eingetreten - vorausgesetzt, es hätte sich um einen tatsächlichen Notfall gehandelt. Doch die örtliche Feuerwehr war dort nur testweise unterwegs. Die Sicherheitsbefahrung deckte - zum Glück - lediglich die gravierenden Schwierigkeiten auf, die durch - in diesem Fall zwei - verkehrswidrig abgestellte Wagen hätten entstehen können. Der Fahrer des großen Einsatzfahrzeuges der Wehr jedenfalls musste zeitraubende Millimeterarbeit leisten, um überhaupt weiterfahren zu können. Dabei verstrichen einige Minuten, die im Ernstfall den Unterschied zwischen Rettung oder Tod von Opfern ausmachen können.

Vorbereitet sein für den Notfall

Die Kontrolltouren sind Teil der von Bürgermeister Martin Mertens vorgestellten Sicherheitsoffensive für die Gemeinde, und außer Butzheim wurden diesmal auch die Ortsteile Nettesheim, Frixheim und Anstel darauf hin begutachtet, ob Einsatzfahrzeuge im Notfall hätten passieren können. Mertens machte die Fahrten selbst mit, um sich einen Eindruck zu verschaffen; zudem waren nach Auskunft der Gemeindemitarbeiter des Ordnungsamtes sowie des Bezirksdienstes der Kreispolizei bei der Aktion mit im Boot.

Laut Dezernent Elmar Gasten gab es an mehreren Stellen unbedacht abgestellte Fahrzeuge. Doch die Kontrolleure ließen diesmal Gnade vor Recht ergehen. Sie verteilten zwar Verwarnungen, zogen aber keine Strafgelder ein. "Es geht nicht darum, Verwarngelder zu kassieren, sondern bei den Fahrzeughaltern das Bewusstsein zu schärfen, die Rettungswege nicht zu blockieren", betont Bürgermeister Mertens. Allerdings: Unbelehrbare müssen mit Konsequenzen für ihren Geldbeutel rechnen. "Es wird nachkontrolliert, und dann gibt es gegebenenfalls gebührenpflichtige Verwarnungen", kündigte Elmar Gasten gestern auf Anfrage unserer Redaktion an. Und noch etwas gab er den Verkehrsteilnehmern in Rommerskirchen schon jetzt für den Hinterkopf mit auf den Weg: "Die Sicherheitsbefahrungen werden Anfang kommenden Jahres fortgesetzt; im Rommerskirchener Norden und im Zentralbereich Rommerskirchen/Eckum."

Allerdings wird es grundsätzlich wohl bei Stichproben bleiben. Permanente Kontrollen in allen 17 Ortschaften seien - nicht zuletzt aufgrund der eingeschränkten personellen Kapazitäten des Ordnungsamts - kaum umzusetzen, hatte die Gemeindeverwaltung bereits im März mitgeteilt.

Quelle: NGZ
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