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Solingen
40 Jahre Erfahrung bei Integration

Solingen. Internationaler Bund arbeitet mit Zuwanderern an deren Eingliederung. Von Benjamin Dresen

Integration gelingt über Sprache und Arbeit. Das wissen die Mitarbeiter beim Internationalen Bund (IB) aus Erfahrung. Schließlich engagiert sich das gemeinnützige Unternehmen in Solingen seit fast 40 Jahren bei der Integration von jungen Zuwanderern. Ende der 1970er Jahre stand vor allem die Eingliederung von Spätaussiedlern auf der Agenda. Heute nutzen zumeist Flüchtlinge und Zuwanderer aus EU-Ländern (vor allem Italien und Griechenland) die Angebote des IB. Kernstück der Arbeit des IB sind die acht Jugendintegrationskurse mit derzeit 120 Teilnehmern. Die Zuwanderer zwischen 18 und 27 Jahren lernen hier intensiv Deutsch, ein Jahr lang, fünf Tage die Woche. Ziel ist es, die jungen Menschen fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Deshalb leisten die Kurse mehr als den reinen Spracherwerb: Jeder Teilnehmer durchläuft ein Bewerbungstraining und ein betriebliches Praktikum. Das Ausländerintegrationsbüro und das Jobcenter verpflichten Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten zur Teilnahme. Für EU-Bürger ist der Besuch freiwillig.

Am Ende steht eine Sprachprüfung, nach der die meisten Absolventen das Niveau B1 des europäischen Referenzrahmens für Sprachen haben. "Die Teilnehmer können sich in fremden, ungeplanten Situationen verständigen", erklärt Micha Thom, der die IB-Betriebsstätte mit Döndü Yagiz leitet. Vergleichbar ist dies mit den Englischkenntnissen eines Elfklässlers.

In weiterführenden Kursen können die Teilnehmer ihr Deutsch weiter verbessern. "Das B1-Niveau genügt für die Verständigung im Betrieb, aber nicht für die Berufsschule", erklärt Micha Thom. Im Lauf der Jahre hat sich als Erkenntnis durchgesetzt: "Wir machen Sprachförderung bis zu dem Punkt, wo berufliche Integration gelingen kann." Der Jugendmigrationsdienst des IB begleitet die Teilnehmer während der Kurse und danach. Neben den Integrationskursen ist der IB Anlaufstelle für junge Migranten. Sechs Mitarbeiter beraten dort in drängenden Fragen: zur Anerkennung von Bildungsabschlüssen, beim Ausländerrecht, zu Kitaplätzen oder bei der Wohnungssuche. Die Mitarbeiter und Dolmetscher beherrschen die meisten gängigen Sprachen.

Weitere Angebote des IB finden in Kooperation mit Schulen statt, etwa im Offenen Ganztag oder der Schulsozialarbeit für geflüchtete Familien. Im Mädchentreff werden Migrantinnen zu Sprach- und Bildungserwerb beraten. Gelder zur Finanzierung der IB-Projekte kommen von Stadt, Land, Bund oder EU.

Quelle: RP
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