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Solingen
Arbeitslosigkeit unter 7000er Marke

Solingen: Arbeitslosigkeit unter 7000er Marke
Viele Ausbildungsplätze sind in Solingen noch nicht besetzt. Unter anderem werden noch angehende Bankkaufleute gesucht. FOTO: Candy Welz / dpa
Solingen. Im Juni wurden 6942 Erwerbslose in der Klingenstadt gezählt. Der Ausbildungsmarkt bleibt weiter ein Sorgenkind. Von Uwe Vetter

Im Dialogmarketing werden zurzeit mehr als 80 Fachkräfte gesucht. In der Altenpflege (50) und im Maschinenbau (49) wären ebenfalls Stellen für Fachkräfte zu besetzen. Für Helfer in der Metallbearbeitung und für die Lagerwirtschaft haben die Vermittler der Agentur für Arbeit überdies viele freie Stellen. Insgesamt 1550 Arbeitsplätze könnten sie besetzen - 423 sind im Verlauf des Monats Juni von der Wirtschaft neu gemeldet worden.

Die gute Entwicklung führte dazu, dass im Juni die Arbeitslosigkeit auf unter 7000 Personen gesunken ist. 6942 waren somit im Berichtsmonat ohne Job - 96 weniger als im Mai und sogar 591 weniger als im Juni des vergangenen Jahres. Die Erwerbslosenquote sank binnen Monatsfrist von 8,2 auf aktuell 8,1 Prozent. Im Vergleichsmonat des Vorjahres lag sie noch bei 8,8 Prozent. Insgesamt konnten im Juni 1311 Menschen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Auf der anderen Seite meldeten sich 1216 Personen neu oder erneut arbeitslos. "Der Solinger Arbeitsmarkt zeigt sich aktuell äußerst positiv", sagt Martin Klebe.

Der Chef der Arbeitsagentur Solingen-Wuppertal geht von einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im September beziehungsweise Oktober in Solingen aus. Im Juli / August könnten die Zahlen aber steigen, wenn sich vermehrt Jugendliche erwerbslos melden, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. "Im Gegensatz zum Arbeitsmarkt ist der Solinger Ausbildungsmarkt weiter ein Sorgenkind im Bergischen", sagt Martin Klebe.

Immerhin wurden bis zum Juni von Unternehmen und Verwaltungen 610 Lehrstellen für Solingen gemeldet. Das sind aber gerade einmal sechs mehr als im Vorjahr. Somit bleibt die Relation zwischen Stellen und Bewerbern in Solingen am ungünstigsten im bergischen Städtedreieck. In der Klingenstadt kommen auf 100 junge Bewerber rechnerisch lediglich 50 Ausbildungsplätze. "In Wuppertal sind es 65 Stellen, in Remscheid sogar 78 je 100 Bewerber", sagt der Chef der Arbeitsagentur.

Immerhin freut er sich, dass in Solingen zumindest das Vorjahresniveau an gemeldeten Stellen erreicht wurde. Klebe appelliert aber an die Unternehmen, zusätzliche Ausbildungsplätze anzubieten und so die Jugendlichen in der Stadt zu halten: "Das Risiko steigt ansonsten, dass immer mehr Solinger Jugendliche ihre berufliche und häufig auch private Zukunft außerhalb von Solingen suchen und finden".

Gleichwohl sind längst noch nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt. 272 sind noch frei - unter anderem in den Bereichen Fachinformatiker, Bankkaufmann, Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege oder Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk. Seit Beginn des Ausbildungsstellenjahres 2016/17 am 1. Oktober vorigen Jahres haben sich 1222 Jugendliche über die Berufsberatung der Agentur für Arbeit um einen Ausbildungsplatz bemüht. Derzeit sind noch 491 Jugendliche auf der Suche.

Quelle: RP
 
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