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Solingen
Arena Bergisch Land: Widerstand in Wuppertal wächst

Solingen: Arena Bergisch Land: Widerstand in Wuppertal wächst
Spielstätten mit mehr als 5000 Sitzplätzen - wie hier die Stuttgarter Porsche-Arena - sind inzwischen Standard in der Handball-Bundesliga. Auch der Bergische HC plant eine solche Arena. FOTO: Imago
Solingen. Politiker in Vohwinkel fürchten, dass die Arena Bergisch Land rund 100 Events im Jahr braucht, um sich zu rechnen. Das Nachsehen hätten aus ihrer Sicht Nachbarn. Von Martin Oberpriller

Am kommenden Sonntag wird Handball-Erstligist Bergischer HC zum wiederholten Male nach Köln ausweichen. Auf dem Programm steht dann in der dortigen Lanxess-Arena zur "Heimspielpremiere" in der neuen Bundesliga-Saison die Begegnung mit dem VfL Gummersbach. Denn das Derby wird erfahrungsgemäß mehr Fans anlocken, als die eigentlichen Spielstätten des BHC in Solingen (Klingenhalle) und Wuppertal (Uni-Halle) fassen können.

Geht es jedoch nach den Verantwortlichen des bergischen Fusionsvereins, sollen solche Ausflüge in die Domstadt in nicht allzu ferner Zukunft Geschichte sein. Der BHC plant nämlich, am Piepersberg in Gräfrath sowie in unmittelbarer Nähe zur Stadtgrenze mit Wuppertal eine neue Halle zu errichten, wobei in dieser Arena Bergisch Land später einmal bis zu 6000 Zuschauer Platz finden könnten. Gleichwohl sind, bis es so weit ist, noch etliche Hürden zu überwinden - zumal sich nun in der Nachbarstadt spürbarer Widerstand gegen das Projekt formiert.

"Eine neue Halle würde unserer Ansicht nach zu viel Lärm und Verkehr für die unmittelbaren Nachbarn auf Wuppertaler Gebiet bedeuten", sagte gestern der Bezirksbürgermeister von Wuppertal-Vohwinkel, Heiner Fragemann (SPD), im Gespräch mit unserer Redaktion. Aus diesem Grund lehnen sowohl die Sozialdemokraten in Vohwinkel als auch die dortigen Grünen und Linken eine Arena Bergisch Land am Piepersberg ab.

Ihre Befürchtung ist, dass nach Fertigstellung der Arena neben etwa 20 Handballspielen zusätzlich 80 Events - also insgesamt 100 Großveranstaltungen - pro Jahr nötig sind, um die Halle wirtschaftlich zu betreiben. Und dies würde aus Sicht der Stadtteilpolitiker zulasten der Anwohner gehen.

Zwar konnten sich die drei Parteien bei einer Sitzung der Bezirksvertretung Vohwinkel in der vergangenen Woche mit ihrer Haltung zunächst einmal nicht durchsetzen, da bei der entscheidenden Abstimmung über einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss zwei Mitglieder von SPD und Grünen fehlten. Doch das bedeutet nicht, dass damit auch der Widerstand gebrochen wäre.

"Wir stehen zurzeit noch ganz am Anfang der planerischen Entwicklungen, so dass ich davon ausgehe, dass es auf Dauer in Wuppertal keine Mehrheit für den Standort Piepersberg gibt", stellte Bezirksbürgermeister Fragemann klar, der seinerseits einen Hallen-Neubau an einer anderen Stelle in der Klingenstadt präferiert.

Im Solinger Rathaus reagiert man hingegen einstweilen gelassen auf die Entwicklung in Wuppertal. "In dem Verfahren, das nun kommen soll, geht es ja gerade darum, Fragen des Umweltschutzes, des Verkehrs sowie einer möglichen Lärmentwicklung zu klären", sagte eine Rathaus-Sprecherin am Montag auf Anfrage.

Allerdings gehen die zuständigen Beamten im Solinger Rathaus bis auf weiteres davon aus, dass der Standort Piepersberg tatsächlich am besten für eine Arena Bergisch Land geeignet ist. Denn immerhin, so die Stadtsprecherin, seien im Vorfeld bereits einige Alternativen verglichen worden. Aus Sicht von Experten sprechen dabei vor allem die guten Verkehrsanschlüsse, darunter auch die nahe gelegene Autobahn-Auffahrt Haan-Ost an der A 46, für den Piepersberg.

Quelle: RP
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