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Solingen
Bündnis von Künstlern und Flüchtlingen plant Musical

Solingen. Das Kulturnetzwerk "Cultural Changes - Refugees Welcome" will mit Kunst die Integration fördern. Von Pia Bergmeister

"Die Resonanz war überwältigend", freut sich Jürgen Beu, Mitarbeiter der Stadt für Senioren- und Familienangelegenheiten sowie Mitglied des Cobra Clubs, über die rund 50 Akteure, die an diesem Tag in die Cobra an der Merscheider Straße kamen, um die ersten Schritte für "Cultural Changes - Refugees Welcome", ein Kulturnetzwerk von kunst- und kulturschaffenden Flüchtlingen und einheimischen Künstlern, zu besprechen.

"Schon heute haben überall in Deutschland viele soziokulturelle Zentren, Kultureinrichtungen und Initiativen begonnen, den Geflüchteten kulturelle Angebote zu machen - oft verbunden mit Veranstaltungen, die Kontakt und Austausch fördern", weiß Beu. "Wir in Solingen möchten uns anschließen, denn wenn Menschen ihre Heimat verlieren, entsteht ein emotionales Vakuum, das nicht materiell gefüllt werden kann."

Das Kulturnetzwerk möchte den Flüchtlingen die Chance geben, dieses Vakuum durch die Kunst zu füllen, ihre Geschichte zu erzählen, Erlebtes zu verarbeiten und neue Kontakte zu knüpfen. "Gleichzeitig bereichert dieser kulturelle Austausch die deutsche Kultur natürlich auch entscheidend", so Jürgen Beu, der diese Bereicherung schon Silvester erfahren hat.

In der Cobra trafen sich zum Jahreswechsel Solinger Bürger und Flüchtlinge zu einer besonderen Veranstaltung: Die geflohenen Menschen brachten auf ihren Handys Musik aus ihrer Heimat mit und spielten diese ab. "Es war ein wunderbarer, bereichernder Abend." Die Idee zu dem Kulturnetzwerk ist im Vorstand der Cobra entstanden. "In unserer Nähe leben viele Flüchtlinge. Wir möchten mit ihnen Kultur schaffen."

Viele Solinger Einrichtungen aus Kunst und Kultur sowie Privatpersonen haben sich bereit erklärt, sich für das Kulturnetzwerk in Bereichen von Malerei, Medien, Tanz und Gestaltung bis hin zum Druck und Organisatorischem zu engagieren. Mit dabei sind unter anderem der Jugendstadtrat, das Kulturmanagement, die Musikschule Solingen, der Cobra Club, die Jugendförderung und die Flüchtlingshilfe. "Viele Flüchtlinge sind sehr kunstinteressiert und vielfältig begabt. Wir hoffen auf einen regen Austausch, bei dem alle voneinander lernen können", so Organisator Jürgen Beu.

Derzeit ist das Projekt in der Planungsphase und Gelder werden gesammelt. Bei dem ersten Treffen konnten schon viele tolle Ideen gesammelt werden: So möchte die Musikschule beispielsweise Instrumente verleihen und sich ebenso wie viele weitere Aktive als Veranstalter von Workshops zur Verfügung stellen.

Die Cobra fungiert als soziokultureller Treffpunkt für alle Aktivitäten von Besprechungen bis hin zu Proben und Aufführungen. Im Herbst sollen die künstlerischen Aktivitäten zu einem Musical mit allen Kunstformen geworden sein. "Schon vorher werden wir mit kleineren Aufführungen zeigen, was wir gemeinsam künstlerisch geschaffen haben", verspricht Jürgen Beu.

Quelle: RP
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