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Solingen
Der beliebte Markt rund um scharfe Klingen

Solingen. Es kommt nicht von ungefähr, dass am Stand von Franz Güde unzählige Pflaster bereitliegen. Denn hier dürfen die scharfen Klingen ausprobiert werden. Ein harter Käse und ein frisches Brot liegen dafür bereit. Schnell hat sich ein unvorsichtiger Besucher auch mal in den eigenen Finger geschnitten. An anderen Ständen sind Schilder angebracht, auf denen die Warnung "Achtung ! Sehr scharf !" zu lesen ist. Von Sandra Grünwald

Mehr als 30 Stände lockten beim Messer Gabel Scheren-Markt jede Menge Besucher ins LVR-Industriemuseum nach Merscheid. Schon am frühen Morgen standen die Menschen Schlange an der Kasse, die Wege vom ergatterten Parkplatz waren weit und die Wartezeit für den Schleif- und Reparaturservice beträchtlich. "Ich habe ein altes Taschenmesser mitgebracht", sagt Benno Joost. "Das möchte ich gerne schärfen lassen." Ein Messer mit ideellem Wert. Joost hat es von seinem Vater geschenkt bekommen. "Und wenn ich im Wald unterwegs bin oder beim Wandern, dann habe ich es immer dabei."

Wer den Kauf eines neuen Taschenmessers in Erwägung zog, hatte viel Auswahl. Verspielte Messingmesser mit fantasievollen Motiven gab es am Stand von Rainer Morsbach genauso wie Taschenmesser mit ungewöhnlichen Holzgriffen. "Hirschhorn, Büffelhorn, Kuduhorn, Rotbuche, Olivenholz und Essigbaum", zählt der Messermacher auf. Gerade der Essigbaum liefert schöne, gleichmäßig gemusterte Griffschalen. "Man kann nur den Kern benutzen", sagt Morsbach. Doch der Essigbaum treibe auch im Bergischen überall aus. "Das ist wie Unkraut."

Von Zöppken über Fischmesser bis hin zu Kräuter- oder Brotmesser - auf dem Markt im Industriemuseum wurde alles geboten, was ein Hobby- oder Profikoch in der Küche braucht. Der Förderverein Wipperkotten stellte sein inzwischen ansehnliches Sortiment vor. "Seit zwei Jahren machen wir mehr als nur Schleifen", erklärt der Vorsitzende Lutz Peters. Aus der puren Schleiferei ist eine Messermacherei geworden. Den Gründern ist es wichtig, dass im Kotten weiterhin produziert wird.

Bei der Firma Demtröder tritt Sohn Jonas bereits in die Fußstapfen seiner Eltern - und macht ihnen auf der Messe Konkurrenz. "Ich bin seit vier Jahren dabei", sagt der 13-Jährige, der die Auslaufmodelle verschiedener Pinzetten mit dem Slogan "Billiger als beim Vater" anbot. Beim Förderverein des Industriemuseums gab es Infoschriften beispielsweise über "Vergessene Handwerkstechniken der Solinger Schneidwarenindustrie" oder "Solingen und der Zucker" zum Messepreis.

Wer den MesserGabelScheren Markt verpasst hat und auf der Suche nach einer scharfen Klinge ist, wird im Internet fündig: www.solingen24.com

Quelle: RP
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