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69. Internationale Bergische Kunstausstellung
Die Jury hat entschieden, aber was wählt das Publikum?

69. Internationale Bergische Kunstausstellung: Die Jury hat entschieden, aber was wählt das Publikum?
Der aktuelle Bergische Kunstpreisträger Matthias Wollgast vor drei Bildern seiner Installation "The shared Oasis of the Gift Shop". FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Bis zum 8. November ist im Solinger Kunstmuseum in Gräfrath die 69. Internationale Bergische Kunstausstellung zu sehen. Von Michael Tesch

Mit der Verleihung des Bergischen Kunstpreises der National-Bank AG an den Düsseldorfer Matthias Wollgast wurde gestern Abend im Kunstmuseum die 69. Internationale Bergische Kunstausstellung eröffnet. "Aus 225 Bewerbungen hat die Jury die zwölf innovativsten und spannendsten Ansätze ausgewählt", erklärt Gisela Elbracht-Iglhaut, die stellvertretende Leiterin des Museums. Dem Auswahlgremium gehörten neben ihr in diesem Jahr an: Elodie Evers (Kuratorin der Kunsthalle Düsseldorf), Kay Heymer (Leiter Moderne Kunst der Stiftung Museum Kunstpalast), Dr. Doris Krystof (Kuratorin der Kunstsammlung NRW), Hans-Willi Notthoff (Künstler) und Dr. Thomas Lange (Vorstandsvorsitzender der National-Bank).

Wie in jedem Jahr und wie eigentlich bei allen Gruppenausstellungen, die unter keinem inhaltlichen Motto stehen, ist auch die diesjährige Auflage der traditionellen Kunstschau der Klingenstadt wieder eine heterogene Schau geworden, die - in Anlehnung an ein bekanntes Zitat des Jahrhundertkünstlers Karl Valentin - zwar schöne Kunst zeigt, aber die auch viel Arbeit macht. Denn natürlich ist auch die Bergische 2015 wieder eine Schau voller Brüche, Konfrontationen und Dialoge, wie Elbracht-Iglhaut erzählt. "Der Besucher ist gefragt, mitzudenken. Aber dabei lassen wir ihn nicht alleine, denn die Vermittlung der Kunst, die wir hier im Haus zeigen, ist uns sehr wichtig." Diese nicht alleine lassen geschieht in Form von Audioguides, die die Besucher für ihren Rundgang an der Museumskasse kostenlos ausleihen können. "Das ist möglich, weil die Firma Walbusch dieses Angebot gesponsert hat."

Die stellvertretende Museumsleiterin ist dankbar, dass die Bergische auch in diesem Jahr wieder vielfältige Unterstützung erhält. "Die Gegenwartskunst ist, neben dem Zentrum für verfolgte Künste, die zweite ganz wichtige Säule im Kunstmuseum. Allerdings hat diese Säule starke finanzielle Schwierigkeiten. Ohne Sponsoren wäre die Bergische so nicht mehr möglich", hob Elbracht-Iglhaut auf der Pressekonferenz besonders auch das Engagement des Druckhauses Fischer heraus: "Das Druckhaus hat in diesem Jahr den Katalog kostenfrei für uns gedruckt. Ohne diese Unterstützung wäre die Produktion eines Kataloges in diesem Umfang und dieser Druckqualität kaum möglich gewesen."

Neben den mit 3500 Euro dotierten Bergischen Kunstpreis der Essener National-Bank, lobt auch die Stadt-Sparkasse Solingen wieder den Publikumspreis (1500 Euro) aus. Das besondere dieser Auszeichnung: das Publikum der Ausstellung bestimmt den Preisträger mittels Stimmzettel. Den Preis bezeichnet Elbracht-Iglhaut als ein "Highlight" für die Besucher, denn der Preis würde ja die Diskussionen anregen. "Jeder fragt sich doch, was wählt denn der andere - und warum?" Neben dem Publikumspreis unterstützt die Sparkasse erneut auch Besuche von Schulkassen. "Mit der Bergischen Kunstausstellung wird wichtige Arbeit geleistet, und deshalb werden wir als Sponsor der Ausstellung auch die Treue halten", versprach Martin Idelberger, der Leiter der Marketing-Abteilung des Solinger Geldinstitutes.

Aber nicht nur über Unterstützung und Sponsoring freut sich Elbracht-Iglhaut, sondern auch über eine Änderung. Denn die Bergische findet nicht mehr in den Sommerferien statt. "Trotz der Schulferien war die Bergische 2014 aber die besucherstärkste Ausstellung im Museum." Da die Schau jetzt später läuft, verspricht sich die stellvertretende Museumsdirektorin einen noch größeren Publikumszuspruch. "So viele Anmeldungen von Schulklassen und Gruppen schon im Vorfeld einer Bergischen hatten wir noch nie."

Quelle: RP
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