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Kooperationsserie
Im Garten der Sinne des H2O vom Alltag entschleunigen

Kooperationsserie: Im Garten der Sinne des H2O vom Alltag entschleunigen
Badmanager Christian Liese im Badeparadies des H2O. FOTO: Moll Jürgen
Solingen. Zwischen 450. 000 und 500. 000 Besucher kommen pro Jahr in die Anlage nach Remscheid-Lennep. Der Saunabereich gehört mit seinen fünf Sternen zur Champions-League. Auch Schwimmer finden genug Platz. Von Christian Peiseler

Wenn sich die Gäste des H2O zum Gute-Nacht-Aufguss in der Kelo-Sauna um 22 Uhr treffen, liegt meist noch der Geruch von Birkenzweigen in der Luft. Die Temperaturen ziehen nicht mehr so an wie beim Schwenken und Schütteln mit den wassergetränkten Birkenzweigen wie zwei Stunden zuvor. Zur Nacht geht es milder zu. Zwei Mal aufgießen, zweimal verwedeln, ein paar Mal tief durchatmen, wenn der Zeremonienmeister eine heiße Duftwolke aus Minze-Aromen über den Rücken schickt. Applaus fürs Personal. Und draußen wartet ein Silbertablett mit Süßigkeiten für den Nachhauseweg. Die meisten haben die Schokolade schon im Mund, bevor sie am Abkühlungsbecken vorbei in Richtung Duschen und Umkleiden schlendern.

Der Gute-Nacht-Aufguss rundet den Tag ab. Auch für das Personal. Um 23 schließt die Anlage. Als Gast bekommt man in den seltensten Fällen mit, wie viel Hintergrundarbeit geleistet wird, um die Wohlfühloase auf Vordermann zu halten. "Das H2O ist wie der Kölner Dom - eine Dauerbaustelle", sagt Badmanager Christian Liese. Das 21 Jahre alte "Badeparadies" bedarf der täglichen Pflege. Unauffällig, aber intensiv. Sauberkeit und Sicherheit stehen an oberster Stelle. Alleine vier Kilometer Fugen behalten die Mitarbeiter stets im Auge. Denn wo Wasser mit im Spiel ist, da wirken Kräfte und chemische Prozesse. Das Auswechseln von Fliesen und das Ausbessern von porösen Fugen gehört zu den Routinearbeiten. Einen schlechten Eindruck will das H2O zuverlässig vermeiden.

Die Mund-zu Mund-Propaganda zwischen den Kunden ist der wichtigste Gradmesser der Zufriedenheit. Die Qualität der Anlage ist im Mai diesen Jahres zum zweiten Mal vom deutschen Saunabund bestätigt worden. Nicht nur die hohe Anzahl von 450.000 bis 500.000 Besuchern jährlich spricht für hohe Kundenzufriedenheit. Die Saunalandschaft in Lennep gehört zur Champions-League der deutschen Saunabetriebe. Insgesamt 40 Kriterien wurden geprüft: von der Bandbreite der Sauna-und Wellnessangebote über den Auftritt des Personals, Sauberkeit, bis zum Angebot der Gastronomie. Fünf Sterne für Lennep. Nur 17 Betriebe in Nordrhein-Westfalen sind auf diesem hohen Niveau vergleichbar.

"Das Bedürfnis nach Entschleunigung und Erholung ist gewachsen", sagt Christian Liese. Abschalten, Ausspannen, mal nicht erreichbar sein. Mit seiner ruhigen Lage am Stadtrand von Remscheid kann das H2O dieses Bedürfnis glänzend befriedigen. Der "Garten der Sinne" nutzt den Vorteil der bis an die Außenbecken heranragenden Natur. Er zählt für Liese zu den schönsten Gärten, die er je in einer Sauna gesehen hat. Und Liese beobachtet genau die Anstrengungen der umliegenden Konkurrenz.

In diesem gestalteten Areal mit Liegen und einer Hängematte weht einen der süßliche Duft der weißen Hibiskusblüten an. Ein paar Schritte weiter umschmeicheln einen die Duftstoffe des blauen Lavendels. Und der Blick ins Kleebachtal lässt einen die Welt da draußen für einen Moment vergessen - wenn die Bagger im angrenzenden Neubaugebiet Feierabend haben.

Hervorgegangen ist das H2O aus dem früheren Gartenhallenbad Lennep. Aus der Sportanlage mit einem 50-Meter-Becken, in dem Olympiasieger Michael Groß schon Bahnen zog, haben die Architekten eine Wasserlandschaft entworfen. "Es war damals die richtige Entscheidung, ein 25-Meter-Becken zu erhalten, in dem vernünftig geschwommen werden kann", sagt Liese. Das H2O fühlt sich verpflichtet, Schwimmen zu fördern, und unterstützt die Initiative "NRW kann schwimmen". Die Wasserlandschaft bietet alle Stationen an, die ein Mensch braucht, um sichere und vergnügliche Bewegungen im Wasser machen zu können. Vom Baby-Becken über das Nichtschwimmerbecken bis hin zu abgesteckten Bahnen für sportliche Schwimmer. Schulklassen und Schwimmvereine haben dort regelmäßige Trainingszeiten. Wie wichtig heute das Erlernen von Schwimmen ist, zeigen die neuen Zahlen des DLRG. "Die tödlichen Unfälle beim Baden haben im vorigen Jahre um zehn Prozent zugenommen", sagt Liese. Vor allem jungen Männer überschätzen ihre Fähigkeiten und unterschätzen die Gefahren in offenen Gewässern. Unfälle in Schwimmbädern seien sehr selten.

Der Tag im H2O muss nicht in der Kelo-Sauna enden. Entspanntes Rückenschwimmen im Außenbecken mit Blick in den Sternenhimmel hat auch seinen Reiz. Wer unbedingt ein süßes Betthupferl braucht, muss sich allerdings bei den Saunagästen einschleichen.

Quelle: RP
 
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