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Solingen
Informativer "Tag der Friedhofskultur"

Solingen. Irgendwann muss sich jeder einmal mit dem Tod eines Angehörigen und allem, was darauf folgt, beschäftigen. Was bei einer Beerdigung beachtet werden muss, aber vor allem, was es für vielfältige Möglichkeiten gibt, einen würdevollen Abschied zu bereiten, zeigten Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtner und Steinmetze sowie Kirchen und Trauerredner auf dem Parkfriedhof in Gräfrath. Hierher hatte die Friedhofsverwaltung zum "Tag der Solinger Friedhofskultur" eingeladen. Von Sandra Gründwald

Vorträge des Rechtsanwalts Uwe Scherf über "Erben und Verschenken" oder den "Digitalen Nachlass" sorgten für juristische Aufklärung. Eine islamische Waschung konnten Besucher im Abschiedsraum der Kapelle erleben. Ein Rundgang zu den historischen Grabsteinen mit einer Erklärung der Symbole bot Frank-Robert Grah, Bestattung Katzbach und Düferenne an. Mit einem großen Hubsteiger konnten sich Besucher in den Himmel heben lassen und einen wunderschönen Ausblick - nicht nur auf den Parkfriedhof - genießen. An den Ständen gab es viel zu sehen, hier wurden auch alle Fragen beantwortet.

Das Blumenhaus Martitz zeigte Trauerfloristik, die sich von der üblichen Sargdekoration abhebt. "Wir haben etwas speziellere Sachen mitgebracht", sagt Manuel Martitz. So wurde ein Grab im Schachbrett-Muster gestaltet. "Wir möchten den Leuten die Kreativität einer Grabgestaltung nahebringen", erklärt er. Wie außergewöhnlich eine Urne oder auch ein Sarg geschmückt werden kann, wurde ebenfalls gezeigt. "Wir arbeiten von Menschen für Menschen", betont Katrin Farrenkothen. "Für einen würdigen Abschluss." Dabei geht das Blumenhaus Martitz gerne auf ungewöhnliche Bitten ein. "Wir haben auch schon mal ein Motorrad gebaut und ganz mit Blumen geschmückt und auf dem Sitz stand die Urne", erzählt Manuel Martitz.

Wie unterschiedlich Grabsteine aussehen können, wurde am Stand der Firma Grabmale Globisch deutlich. "Derzeit wird es wieder schlichter, aber die Ornamente werden wieder mehr in den Vordergrund gestellt", erklärt Beate Globisch. Sonnenuntergänge, Wellen, Möwen, Muscheln seien gefragt. Außerdem würden die Leute bewusster. "Der Trend geht zu Steinen aus Europa", so Globisch. Einen heimischen Sandsteinblock in Höhe von 50 Zentimeter hat die Firma Globisch mitgebracht - damit die Besucher ihn mit Hammer und Meißel abtragen können. "Für jeden Zentimeter spenden wir zehn Euro an das Palliative Hospiz Solingen", erklärt Beate Globisch.

Und die Nachsorge betrieben die Malteser. "Wir sind für die Leute da, die plötzlich alleine sind", erklärt Marco Siebenhaus. "Die nutzen dann gerne den Hausnotruf als Sicherheit."

Quelle: RP
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