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Solingen
Krebs: Krankenhäuser sind eng vernetzt

Solingen: Krebs: Krankenhäuser sind eng vernetzt
Prof. Dr. Boris Pfaffenbach, Chefarzt für Innere Medizin am städtischen Klinikum Solingen, ist Vorsitzender und kommissarischer Geschäftsführer des Vereins Tumorzentrum Solingen. FOTO: Klinikum (Archiv)
Solingen. Seit gut 15 Jahren berät der Verein Tumorzentrum Solingen kostenlos Patienten, Angehörige und Interessierte. Von Jan Crummenerl

Krebs ist eine häufige Erkrankung. Aber es gibt heute viele Wege, sinnvoll damit umzugehen. Stellen Sie sich einen gut besuchten Kinosaal vor. Oder gehen Sie in ein belebtes Einkaufszentrum. Wenn Sie es intimer mögen, denken Sie an eine Feier im Familien- und Freundeskreis. Lassen Sie den Blick über die Gesichter schweifen. Mehr als jeder Zweite von ihnen wird im Laufe seines Lebens an Krebs erkranken. Jeder Vierte wird an dieser Krankheit sterben. So sagen es die Zahlen des Statistischen Bundesamtes und des Robert-Koch-Institutes.

26 Prozent der Todesfälle in der Bundesrepublik haben Krebs als Ursache. Damit liegen nach Herz-Kreislaufproblemen Tumorerkrankungen an zweiter Stelle. Ursachenforschung ist schwierig. Nach der US-Gesundheitsorganisation EPA (Environmental Protection Agency) sind 35 Prozent der tödlich verlaufenden Krebserkrankungen auf falsche Ernährung, 30 Prozent auf Tabakkonsum und 10 Prozent auf Infektionen zurückzuführen. Je nach Erkrankung liegt die Überlebenschance bei 50 bis 60 Prozent.

Hinter jeder Zahl aber steht ein Mensch mit einer Lebens- und Krankengeschichte. "Oft erlebt man unglaubliche Schicksale", sagt Dr. Elke Scheckenbach. Seit 2003 arbeitet die Medizinerin ehrenamtlich für den Verein Tumorzentrum Solingen. Nach ihrem Examen 1963 war sie als Fachärztin für Innere Medizin an verschiedenen Kliniken tätig und bis zu ihrem Ruhestand 2003 in eigener Praxis. "Ich war Ärztin, ich bin Ärztin, und ich werde Ärztin bleiben", beschreibt Scheckenbach ihr Credo. So war klar, dass sie ihr Können und Wissen weiter einbringen möchte.

Rund 90 Mitglieder hat der seit gut 15 Jahren arbeitende Verein. 15 Ehrenamtliche arbeiten als Berater, sich zudem monatlich zur Besprechung zusammenfinden. Ohne das ehrenamtliche Engagement wären die Aufgaben des Tumorzentrums kaum zu stemmen. Deshalb sind Interessierte für diese sinnvolle Tätigkeit immer willkommen. So ist auch aufsuchende Beratung auf den Stationen von Klinikum und Bethanien möglich.

Besonders wichtig ist, dass die beiden Krankenhäuser in der Vorstandsarbeit eng vernetzt sind. So sind etwa Prof. Dr. Boris Pfaffenbach (Klinikum) und Prof. Dr. Winfried Randerath (Bethanien) an der Spitze des Vorstandes tätig. Durch die große Zahl der mitarbeitenden Mediziner hat der Verein umfassende Fachkompetenz, die sich auch in den regelmäßigen Vorträgen widerspiegelt.

In der Beratungsstelle im Klinikum, in Bethanien, bei verschiedenen Infoveranstaltungen wurden 2015 über 500 Menschen betreut. Das kostenlose Angebot richtet sich an Patienten, Angehörige und Interessierte. "Unsere Aufgabe ist es, zu trösten und Wege aufzuweisen", erläutert die Medizinerin. "Dabei sehe ich mich als Lotse, der weiterhilft und an die richtigen Stellen vermitteln kann." Diagnose und Therapie können besprochen werden. Aber es geht auch um praktische Dinge wie Fragen nach Pflege, Haushaltshilfe, Betreuung, Vollmachten, krankengerechte Einrichtung der Wohnung, Seelsorge bis hin zu Möglichkeiten staatlicher Hilfe.

Das Tumorzentrum stellt die nötigen Kontakte her: vom Sozialdienst über Selbsthilfegruppen, bis hin zum Palliativen Hospiz. Mit diesen Einrichtungen ist das Tumorzentrum vor Ort in Solingen ebenso vernetzt wie mit den Krankenkassen oder dem Psychosoziale Trägerverein. Elke Scheckenbach: "Besonders wichtig ist uns etwa, dass jedem schwer Erkrankten eine zweite Meinung zusteht." Denn Krebs ist eine jeweils sehr eigene Erkrankung, bei der es keine Standardbehandlung gibt. Auch hier hilft das Tumorzentrum seit 15 Jahren den Betroffenen weiter.

Quelle: RP
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