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Solingen
Nach dem Mittagessen raus aus Gräfrath

Solingen: Nach dem Mittagessen raus aus Gräfrath
FOTO: Vetter Uwe
Solingen. Begeisterung kommt bei Peter von der Heiden nicht auf. "Um 15 Uhr ist zunächst Feierabend. Heute Abend muss man sehen, wie schnell die Bomben entschärft werden können", sagte der Chef des Kaffeehauses gestern Mittag. Kurz zuvor hatte er wie andere Anwohner des Gräfrather Ortskerns über die Evakuierung bis 16 Uhr und die Bombenentschärfung ab 18 Uhr von Mitarbeitern des Ordnungsamtes erfahren. Von Uwe Vetter

Zu dieser Zeit war das Kaffeehaus gut besucht. Hektik kam gleichwohl nicht auf - die Gäste wählten und aßen ihre bestellten Speisen, zumal noch Zeit genug war, bis die Räume geschlossen werden mussten. "Für den Abend habe ich mehr als 100 Vorbestellungen und 50 Gänse-Essen." Der Gastronom hoffte zu diesem Zeitpunkt, dass die Entschärfung der Bomben reibungslos über die Bühne geht und wieder der "Alltag" im historischen Ortskern von Gräfrath anzieht.

An der Grundschule Gerberstraße herrschte gegen 13.30 Uhr noch entspannte Ruhe. Eltern holten ihre Kinder aus der Schule ab, die an diesem Tag normal geöffnet war. "Wir sind von den Ordnungskräften stets frühzeitig informiert worden und haben somit gestern einen regulären Schultag angeboten", hieß es vonseiten der Schulleitung.

Immerhin wurde seit mehr als zwei Wochen das Gelände an der Straße Roggenkamp, in unmittelbarer Nähe zum Businesspark Piepersberg, von einer Fachfirma sondiert - und frühzeitig angekündigte Evakuierung immer wieder verschoben. Wobei sich mancher Gräfrather fragte, warum schon über Evakuierung gesprochen wurde, als noch nicht mal eine Bombe freigelegt war. "Im Piepersberg sind drei Bomben in den vergangenen Jahren gefunden worden. Die wurden ohne viel Aufhebens entschärft", sagte ein Anwohner.

Während in den Restaurants im Ortskern mittags relativ entspannte Ruhe herrschte, hatten die beiden Mitarbeiterinnen an der Rezeption des Hotels Gräfrather Hofs alle Hände voll zu tun. "Wir müssen unsere Gäste über die Evakuierung und die Straßensperren telefonisch informieren", erklärten die Mitarbeiterinnen. Wann das Hotel am Abend wieder geöffnet werden kann - das konnten sie zu diesem Zeitpunkt den Gästen gleichwohl nicht sagen.

Im "Klosterbräu" an der Straße In der Freiheit ließ man sich den Mittagstisch - wie im Kaffeehaus - nicht verderben. Mitten unter den Gästen war das Team des Gründer- und Technologiezenrums (GuT) aus Höhscheid, das sich mit Geschäftsführer Frank Balkenhol, gleichzeitig auch Chef der Solinger Wirtschaftsförderung, zum Weihnachtsessen getroffen hatte. "Wir hatten zuvor angerufen und nachgefragt, ob wir dennoch kommen könnten", sagte Balkenhol.

Nach dem Mittagessen musste sich Balkenhol um seine Familie (vier Kinder) kümmern. Er wohnt in unmittelbarer Nähe zum Gräfrather Marktplatz und war von der Evakuierung betroffen: "Ich nehme meine Familie bis zur Entwarnung mit ins Büro nach Höhscheid."

Quelle: RP
 
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