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Solingen
Praxisnahe Ausbildung für Erzieher

Solingen. Die Stadt, Wohlfahrtverbände und das Mildred-Scheel-Berufskolleg wollen im nächsten Schuljahr mit einer neuen Ausbildungsform an den Start gehen. Der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern ist groß. Von Uwe Vetter

Aktuell sind 13 Stellen für Erzieherinnen und Erzieher in den verschiedenen Einrichtungen in der Stadt nicht besetzt. Und weitere 53 Kindergarten-Gruppen werden von der Stadt in den nächsten Jahren aufgebaut. "Der Bedarf an Fachkräften", sagt Dezernentin Dagmar Becker, "ist sehr groß. Wir brauchen Erzieherinnen und Erzieher für Kindertagesstätten ebenso wie für den offenen Ganztag."

Gemeinsam haben sich die Stadt und die Wohlfahrtsverbände deshalb Gedanken gemacht, wie auch in Zukunft eine gute Kinderbetreuung geleistet werden kann. Mit im Boot war zudem das Mildred-Scheel-Berufskolleg. Herausgekommen beim gemeinsamen Denkprozess ist eine neue Ausbildungsform am Berufskolleg - die praxisintegrierte Ausbildung (PIA) zur Erzieherin beziehungsweise zum Erzieher.

In Kooperation mit allen Trägern sozialpädagogischer Einrichtungen in Solingen können interessierte Jugendliche in diesem dualen Ausbildungsgang nicht nur die Fachhochschulreife an der kolleg-eigenen Fachschule für Sozialpädagogik, sondern auch den Abschluss "Staatlich anerkannte/r Erzieher/in" erwerben. "Unser Ziel ist es, zum Schuljahr 2018/19 bereits eine Klasse am Mildred-Scheel-Berufskolleg einzurichten", so Dagmar Becker.

Anders, als bei den beiden bisherigen Ausbildungsformen zum Erzieher - in Teilzeit am Abend; zwei Jahre Schulausbildung mit anschließendem Praktikum - steht bei PIA im ersten Jahr zunächst vier Tage Schule und ein Tag in der Einrichtung - mit denen wird der Ausbildungsvertrag abgeschlossen - auf dem Lehrplan. "Im zweiten und dritten Jahr ist dann noch zwei Tage Schule und der Schüler ist drei Tage in der Einrichtung", erklärt Gabriele Stobbe-Dibbert, die Leiterin des Mildred-Scheel-Berufskollegs.

Bei PIA erfolgt also der Praxisanteil bereits vom ersten Jahr an kontinuierlich, Theorie und Praxis zwischen der Fachschule und den Trägern werden eng verzahnt. Voraussetzung, um in die praxisorientierte Ausbildung aufgenommen zu werden, ist: "Die Bewerber müssen zuvor eine andere Ausbildung absolviert haben", so Christoph Humburg, Caritaschef für Solingen und Wuppertal sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege im bergischen Städtedreieck. Er ergänzt: "Wir haben jetzt ein einheitliches Konzept, deshalb ist die Initiative super."

Für das erste Ausbildungsjahr erhalten die Schüler einen Praktikantenvertrag mit einer Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro. "Im zweiten und dritten Jahr wird ein Ausbildungsentgelt gezahlt", erläutert Stobbe-Dibbert.

Und diese Ausbildungsvergütung sollte bei mindestens 850 Euro monatlich liegen. Die erste Klasse, so die Hoffnung, soll mit 25 bis 30 Schülern nach den Sommerferien im nächsten Jahr an den Start gehen. "Es gibt bereits Anfragen beziehungsweise Bewerbungen", sagt Catrin Willers vom Bereich Aus- und Fortbildung im Personalmanagement der Stadt Solingen.

Bewerben können sich Interessenten ab sofort bei der Stadt (www.solingen.de/Jobs und Karriere) oder den Wohlfahrtsverbänden, die als Träger von Kindertagesstätten auftreten. Also beim Paritätischen, bei der Arbeiterwohlfahrt, dem Caritasverband oder unter anderem der Diakonie der Evangelischen Kirchen.

Quelle: RP
 
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