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Reitsport
An der Spitze des Dressur-Nachwuchses

Reitsport: An der Spitze des Dressur-Nachwuchses
Paulina Holzknecht mit Wells Fargo, dem Pferd ihrer Chefin, das sie bei den Deutschen Jugendmeisterschaften reiten wird. FOTO: Stephan Köhlen
Solingen. Paulina Holzknecht startet am Wochenende mit Wells Fargo bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Zeiskam. Von Thomas Rademacher

Bereits bei den Europameisterschaften in Frankreich machte Paulina Holzknecht auf sich aufmerksam. Die 17-Jährige sicherte sich den dritten Platz bei den Dressurreiterinnen in der Junioren-Altersklasse. Topfavoritin für die am Wochenende anstehende Deutsche Jugendmeisterschaft (DJM) ist die Solingerin dennoch nicht. In Frankreich lag sie hinter Hannah Erbe (Krefeld), die sich den Titel als Europameisterin gesichert hat. Außerdem wird die Bad Homburgerin Sanneke Rothenberger in Zeiskam (Rheinland-Pfalz) zu den stärksten Konkurrentinnen zählen.

Paulina Holzknecht geht die Aufgabe bei den Meisterschaften dennoch gelassen an. Sie weiß: "Es wird schwer, Deutsche Meisterin zu werden. Aber unter die ersten Drei würde ich gerne kommen." Die Titelkämpfe sind das letzte wichtige Ereignis des Jahres. Danach herrscht eine längere Wettkampfpause.

Deshalb ist die Vorbereitung auf die drei Auftritte, die die Reiterin im Dressurviereck haben wird, auch besonders wichtig. Holzknecht hat dabei gute Bedingungen. Die Solingerin macht eine Ausbildung als Pferdewirtin in Wermelskirchen, so dass sie den ganzen Tag mit ihren Pferden Fürst Royal und Brantops Versace verbringt. Die Meisterschaft wird sie aber nicht mit einem ihrer beiden, sondern mit einem Pferd ihrer Chefin bestreiten. Wells Fargo heißt der Fuchswallach, dem die Sportlerin vertraut. "Es hat in der Vorbereitung einfach sehr gut mit ihm geklappt. Deshalb versuchen wir es jetzt bei der DJM gemeinsam."

Beim Dressurreiten sind die Unterschiede für das Laienauge nicht ganz so leicht zu erkennen, wie beim Springreiten. "Wenn dort jemand reißt, ist es ein Fehler, den jeder sieht", erläutert Holzknecht. "Bei uns muss man schon genauer hinschauen, und es ist auch oft möglich, einen Fehler wiedergutzumachen." Von Freitag bis Sonntag zeigt die Solingerin täglich eine Übung. Die Kür findet zum Abschluss statt und wird über Sieg und Niederlage entscheiden. "Ich bin gespannt, was dabei herauskommt."

Zu den größten Nachwuchstalenten zählt die 17-Jährige in jedem Fall. Und ein ganz kleines bisschen träumt sie auch davon, irgendwann bei den Olympischen Spielen dabei zu sein. "Es ist das höchste, was man erreichen kann", erläutert Holzknecht. "Aber bis dahin ist es noch ein sehr, sehr weiter Weg. Ich bin ja noch im Juniorenalter, danach kommen die Jungen Reiter, und erst im Anschluss komme ich zu den Senioren, wo es natürlich sehr gute Konkurrenz gibt."

So sehr die Auszubildende in Pferde vernarrt ist und ihren Job genießt, so sehr mag sie es auch, den Abend außerhalb des Reitstalls zu verbringen. "Ich bin da eigentlich wie jeder andere auch und verbringe den Abend gerne mit Freunden, gehe feiern oder auch shoppen", sagt die Reiterin. "Ich bin also nicht Tag und Nacht nur mit Pferden beschäftigt." Obwohl es ihr natürlich Spaß macht und den Ehrgeiz weckt.

Denn dass sie bei der Deutschen Meisterschaft im etwa 40-köpfigen Teilnehmerfeld nicht unter ferner liefen landen wird, ist nahezu gewiss.

Quelle: RP
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