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Lokalsport
Nachwuchs-Baseballer machen Trainer stolz

Solingen. Die Solingen Alligators nehmen die Cologne Cardinals im ersten Spiel 13:0 auseinander und würgen sich danach zu einem 3:2-Erfolg. Von Thomas Rademacher

Im vierten Durchgang des ersten Spiels erleben die Solingen Alligators eine Schrecksekunde. Alex Carter von den Cologne Cardinals schlägt den Ball hart in die Mitte. André Hughes hat keine Chance mehr auszuweichen. Der Werfer, der dem Kölner den Ball gerade serviert hat, wird am Arm getroffen. "Für einen Moment habe ich die Engel singen hören", berichtet der Alligators-Pitcher später. Doch es ist nicht der erste sogenannte Comebacker, den Hughes in seiner Bundesliga-Karriere abgekommen hat. Der Routinier beißt auf die Zähne und wirft das Saisonauftaktmatch für die Solinger Baseballer erfolgreich zu Ende.

"Ich war fast überrascht, wie sicher ich die Bälle in der Strike-Zone platziert habe", sagt Hughes. "Das sah letztes Wochenende im internen Trainingsspiel noch ganz anders aus." Den Cardinals lässt der Solinger keine Chance. Sie bringen es inklusive des unglücklichen "Comebackers" lediglich auf fünf Treffer. "Damit kann ich zufrieden sein, wie ich auch generell mit der Teamleistung sehr einverstanden bin", sagt der Werfer.

Defensiv leisten sich die Alligators nur einen kleinen Fehler. Oskar Matzpreiksch passiert beim Versuch, den Ball schnell zu Daniel Sanchez an die zweite Base zu werfen, ein Missgeschick. Danach stehen die Kölner alle sicher auf den Bases. "Da war sicher auch etwas Nervosität dabei", weiß Hughes. Denn für Matzpreiksch und Luka Wolf ist die gestrige Partie eine Premiere. Zum ersten Mal dürfen die beiden Nachwuchsspieler beim Eröffnungsspiel von Beginn an dabei sein. Matzpreiksch fängt sich nach dem Fehler schnell. Der nächste Schlagmann befördert die Kugel wieder zu ihm. Diesmal bringt er den Ball schnell genug zu Sanchez, damit der sogar ein zweites Aus an der ersten Base einläuten kann.

Während die Domstädter selten Druck aufbauen, stehen die Solinger schon früh kurz vor ihrem ersten zählbaren Erfolg. Doch in den ersten drei Abschnitten stranden gleich sechs Solinger auf den Bases. Der entscheidende Treffer gelingt der Mannschaft gegen den langsam werfenden Kim Masaki-Diop nicht. Im vierten Inning platzt aber der Knoten. Julian Steinberg schlägt den Ball weit ins Außenfeld, Wolf legt mit einem Opferschlag nach. Dann ist es Matzpreiksch, der mit seinem Treffer den ersten Punkt der Saison erzielt. Florian Götze, Daniel Sanchez, Dustin Hughes, Dominik Wulf, Markus Stryczek und erneut Matzpreiksch legen zum vorentscheidenden 8:0 nach.

Von diesem Moment an plätschert die Auftaktpartie ihrem Ende entgegen. André Hughes bringt die Partie auf dem Wurfhügel entspannt zu Ende, während seine Mitspieler das Ergebnis weiter hinaufschrauben. Wolf, Dustin Hughes und Wulf liefern die entscheidenden Treffer auf dem Weg zum 13:0-Endstand. Das Duell endet bereits nach sieben Durchgängen aufgrund der sogenannten "Ten-Run-Rule", nach der die Begegnung vorzeitig bei einer Zehn-Punkte-Führung vorbei ist.

"Wir haben uns am Anfang etwas schwer getan", findet Trainer Ron Frazier. "Es ist nicht leicht, plötzlich gegen jemanden zu schlagen, der den Ball so langsam wirft. Aber nach einer Weile sind alle etwas ruhiger und geduldiger geworden, und wir haben die entscheidenden Treffer gehabt." Abgesehen von André Hughes lobt der Coach seine beiden jüngsten Akteure auf dem Spielfeld. "Oskar Matzpreiksch und Luka Wolf haben mich stolz gemacht. Die beiden haben einen sehr guten Job gemacht."

Im zweiten Duell des Tages war von der Leichtigkeit im Angriff nichts mehr zu spüren. Gegen den Kölner Zugang Jack Shannon gelang den Solingern nur selten ein Treffer. Bis zum letzten Durchgang lagen die Alligators sogar 1:2 hinten (siehe Zusatzartikel: Alligators verhindern nur knapp eine Blamage). Ein Opferschlag von Nils Hartkopf rettete die Mannschaft in die Verlängerung, und im elften Durchgang war es der Schlag von Markus Stryczek, der die Kölner so unter Druck setzte, dass Daniel Sanchez zum 3:2-Sieg nach Hause laufen konnte.

Quelle: RP
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