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Faustball
Schaper schafft den Spagat

Faustball: Schaper schafft den Spagat
Die Leichtathletik ist eine der beiden sportlichen Leidenschaften von Oliver Schaper, der hier die Hürden locker nimmt. FOTO: Imago
Solingen. Der 17-Jährige ist sowohl als Leichtathlet für den TV Erkelenz als auch als Faustballer für den Ohligser TV erfolgreich. Von Hartmut Maus

"In einer normalen Trainingswoche kommt das Faustball-Training meist zu kurz", berichtet Oliver Schaper und scheint dabei etwas traurig. Denn bei vier Trainingseinheiten steht die Leichtathletik, sein zweites sportliches Standbein, etwas höher im Kurs. Das zahlte sich zuletzt aber auch richtig aus. Bei den Hallen-Landesmeisterschaften kam er auf Rang drei und bei den Westdeutschen Hallenmeisterschaften sogar auf Platz zwei über 60 Meter Hürden in der Altersklasse U 18. In einem Jahr wird der 17-jährige Erkelenzer Gymnasiast sein Abitur machen. Bis dahin will er seinen sportlichen Leidenschaften parallel weiter nachgehen. Derzeit kann man sagen: Schaper schafft den Spagat dazwischen.

Beim TV Erkelenz unter Trainer Roderich Bohnen will er ebenso für Furore sorgen wie bei den Faustballern des Ohligser TV. In der Klingenstadt spielt er in der U 18 und der Zweitligamannschaft. Dieses sportliche Talent blieb auch Bundestrainer Roland Schubert aus Berlin nicht verborgen. Folglich wurde Schaper im Spätsommer erstmals in den Kader der U 18-Nationalmannschaft berufen. Dabei hinterließ er in Wuppertal einen so guten Eindruck, dass er am ersten Maiwochenende erneut zu einem Kaderlehrgang nach Hannover eingeladen wurde. "Ich weiß zwar, dass es dieses Jahr die Europameisterschaft in Kellinghusen und im nächsten Jahr die Weltmeisterschaft in Nürnberg geben wird. Aber unter Druck setze ich mich damit nicht", sagt Schaper entspannt. Wie in der Leichtathletik möchte er sich auch im Faustball erst einmal nur verbessern. Seine gute Entwicklung zeigte der Hauptangreifer in der Hallensaison mit einer guten Vorstellung bei den Norddeutschen U 18-Meisterschaften in Ahlhorn, wo das OTV-Team nur knapp am Halbfinaleinzug scheiterte. Und dass er bei den Erwachsenen schon gut mithalten kann, präsentierte er in der eigenen Halle: Bei der Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga bekam er im letzten Spiel gegen die SG Coesfeld einen hohen Spielanteil.

Oliver Schaper beim Überschlag im Faustball. FOTO: Kadgien/Faustballbilder.de

Nicht von ungefähr kommt das Talent für zwei Sportarten. Schapers Mutter Sabine war früher eine respektable Leichtathletin, und sein Vater Lutz, der als U 18-Landestrainer fungiert, spielte in seiner besten Zeit beim Faustball-Bundesligisten SV Düsseldorf-Hamm in der Abwehr. Schaper senior regelt dann auch oft den Fahrdienst nach Solingen. Und klappt das einmal nicht, dann trainiert die ganze Familie mit ihren vier Kindern beim Heimatverein TuS Wickrath in Mönchengladbach.

Etwas aus dem Tritt geriet Oliver Schaper vor drei Wochen. Beim Abschlusstraining vor dem Leichtathletik-Trainingslager auf Norderney verdrehte er sich beim Frisbeespiel das Sprunggelenk. Diagnose: Bänderriss. "Ich hoffe aber, in Hannover wieder fit zu sein und auch den Rest der Leichtathletiksaison bestreiten zu können", sagt Schaper, dem die "duale Ausbildung" in Leichtathletik und Faustball viel Freude bereitet.

Quelle: RP
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