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Handball
Was die Nordrheinliga in den Spielklassen verändern wird

Solingen. Die neue Handball-Spielklasse hat Auswirkungen auf die Ober-, Verbands- und Landesligen. Von Michael Bluhm und Friedhelm Thelen

Die anstehende Handball-Saison 2015/16 wird eine ganz besondere. Denn mit der Meisterschaft 2016/17 wird eine neue, zusätzliche Spielklasse eingeführt: die Nordrheinliga. Diese Liga platziert sich zwischen der 3. Liga und der Oberliga. Die Neuerung wird es zunächst einmal nur im Männerbereich geben.

Der Grund der Reform: Der Westdeutsche Handball-Verband besteht bekanntlich aus den drei Landesverbänden Westfalen, Mittelrhein sowie Niederrhein. Und genau darin liegt die Krux: Diesem Trio standen in der Vergangenheit nur zwei Plätze für den Aufstieg in die 3. Liga zur Verfügung. Genauer gesagt: Westfalen hatte seinen Platz stets sicher - bei den Verbänden Mittelrhein und Niederrhein stritten sich die Meister in der Vergangenheit in Aufstiegsspielen um den letzten freien Platz.

Durch die Zusammenlegung ab 2016/17 von Mittel- und Niederrhein zur Nordrheinliga ist zumindest die Aufstiegsregelung in die 3. Liga dann grundlegend geklärt. Die Nordrheinliga wird sich nach derzeitiger Planung aus 14 Vereinen zusammensetzen - der Niederrhein stellt acht Vertreter, der Mittelrhein derweil sechs.

Ist damit alles geklärt? Nein. So einfach ist es nicht. Genaue, wasserdichte Planungssicherheiten wird es während der gesamten Saison nicht geben. Durch die Einführung der Nordrheinliga und den Verbleib sämtlicher alter Ligen (eine Oberliga, zwei Verbands- sowie vier Landesligen) wird es logischerweise vermehrte Aufstiege geben. Und genau diese Aufstiegsfrage ist völlig unklar. Egal, was in der kommenden Saison auch passiert: Über allem steht die Abstiegsfrage aus der 3. Liga, die einen maßgeblichen Einfluss nehmen wird. Es können bis zu drei Vereine absteigen, die es dann in der Nordrheinliga einzu-gliedern gilt. Die Vereine aus der Region heißen TV Korschenbroich, SG Ratingen, Neusser HV und die HSG Krefeld. Wichtige Entscheidungen können sich daher bis zum letzten Spieltag der Saison hinziehen.Klarheit herrscht indes in punkto Abstieg aus den Ober-, Verbands- und Landesligen: Laut der Durchführungsbestimmungen des HVN wird es aus jeder einzelnen Gruppe nur einen Absteiger geben.

Der günstigste Aufstiegsfall: Aus der 3. Liga steigt kein hiesiger Verein ab, die Oberliga stellt bekanntlich acht Vertreter für die Nordrheinliga, ein Verein steigt ab. Wenn dann noch der Niederrhein-Meister bei den letztmals ausgespielten Aufstiegsspielen zur 3. Liga die Oberhand behielte, würde sich die Anzahl auf zehn Vereine erhöhen. Dies heißt im Umkehrschluss: Die ersten fünf Teams der beiden Verbandsligen steigen in die Oberliga auf.

Der ungünstigste Aufstiegsfall: Es gibt gleich drei hiesige Drittliga-Absteiger, der Niederrhein-Meister steigt nicht auf, so verringert sich die Anzahl der freien Plätze auf sechs und nur noch die ersten drei aus den Verbandsligen steigen auf.

In der Verbandsliga wäre der günstigste Aufstiegsfall: Es gibt einen Oberliga-Absteiger, aus den beiden Verbandsligen steigen zehn Mannschaften auf, bei zwei Absteigern. Dies würde bedeuten, dass elf Landesligisten aufsteigen würden - die jeweils vier Erst- und Zweitplatzierten und sowie drei Drittplatzierte. Der ungünstigste Fall: Es gibt einen Oberliga-Absteiger, aus den Verbandsligen steigen nur sechs Mannschaften auf, bei zwei Absteigern. Dies hieße, sieben Landesligisten stiegen auf: die jeweils vier Gruppenersten, sowie drei Zweitplatzierte.

Solinger Vereine spielen in der anstehenden Saison in der Oberliga sowie in der Gruppe 2 der Landesliga. In der Oberliga starten der Bergische HC II und Aufsteiger TSV Aufderhöhe. Kurios ist: Für die aktuell viertklassigen Teams kann es ab der Saison 2016/17 drittklassig (bei Aufstieg in die 3. Liga), viertklassig (bei Qualifikation für die neue Nordrheinliga), fünftklassig (bei Verbleib in der Oberliga) oder gar sechstklassig (Abstieg in die Verbandsliga) weitergehen. Ähnliche Konstellationen sind auch in den anderen Ligen möglich. In der Landesliga ist Solingen in der kommenden Spielzeit mit vier Mannschaften vertreten: Solinger TB, Bergischer HC III, TSV Aufderhöhe II und Ohligser TV.

Quelle: RP
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