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Tennis
Widdert wird Tennishochburg

Tennis: Widdert wird Tennishochburg
Die Anlage des STC am Widdert können nun auch Mitglieder des STB kostenlos nutzen. FOTO: Martin Kempner
Solingen. STC und STB haben eine Kooperation vereinbart. Der STB hat bereits Plätze verkauft. Von Georg Amend

Derzeit laufen auf der Anlage am Widdert Tennis-Klubmeisterschaften. Das Besondere: Es sind die ersten gemeinsamen des dort beheimateten Solinger TC mit dem Solinger Turnerbund. Denn diese beiden haben einen Kopperationsvertrag geschlossen, der es den Mitgliedern beider Klubs erlaubt, die Anlagen des anderen zu nutzen. "Nach Absprache der Sportwarte können die Medenspiele auch auf der Anlage des jeweils anderen Klubs ausgetragen werden", heißt es unter anderem in diesem Vertrag, der zunächst bis Ende des Jahres läuft.

Beide Vereine versprechen sich davon einen Nutzen, der "letztlich Tennis in der Südstadt attraktiver machen soll", wie es Lutz Nippes aus dem geschäftsführenden Vorstand des STB nennt. Ursächlich für die Kooperation ist aber auch die finanzielle Situation des Großvereins. "Vor fünf Jahren hat ein von der Tennisabteilung geführter STB die Tennishalle für einen Preis gekauft, der wohl doppelt so hoch war wie realistisch", meint Nippes. "Wir quälen uns mit dieser Doppelbelastung. Wir sind durchaus ein vermögender Verein, aber nicht immer liquide."

Die Lösung: Der STB verkauft Plätze. Den ersten haben die Warenhausketten Aldi und Lidl, die laut Nippes ein gemeinsames Architekturbüro nutzen, bereits erworben, für die anderen beiden werde der Kaufvertrag bald unterschrieben. "Der Kauf des ersten Platzes ist von der Mitgliederversammlung abgesegnet. Die Stadt hat die Baugenehmigung zwar noch nicht erteilt, das steht aber außer Frage. Die Zahlung ist zugesagt", berichtet Nippes, der mit Blick auf die knapp 200 Tennismitglieder unter den rund 1500 Vereinsmitgliedern ergänzt: "Deutschlandweit hat das Tennis 39 Prozent Mitglieder verloren. Auch wir sind nicht ausgelastet. Darum haben wir entschieden, von unseren 11.000 Quadratmetern knapp 2500 zu verkaufen. Das saniert uns, das macht uns die nächsten fünf Jahre frei. Für unsere Mitglieder reichen die Plätze, die wir haben." Da das Genehmigungsverfahren noch zwei bis drei Jahre dauere, ändere sich an der Platzbelegung bis Ende 2018 nichts.

Was Nippes wichtig ist: "Wir möchten unsere Identität nicht verlieren. Aber beide Vereine müssen sich in alle Richtungen weiterentwickeln können, um die Anziehungskraft zu erhöhen. Wenn sich dann ergibt, dass STBler den STC schöner finden oder umgekehrt, oder der STC geht ganz im STB auf, dann ist das so. Es ist alles offen."

Der Kooperationspartner hofft, dass er mit dem Angebot auf Dauer seine Mitgliedzahlen erhöht: "Wir haben 143 Leute in der Abteilung und 350 Mitglieder im STC, wir würden aber immer noch gern mehr Leute nehmen", sagt die Widderter Vorsitzende Simone Backhaus. "Unsere sieben Plätze haben noch Kapazitäten. 1975 hatten wir 750 Mitglieder, da gab es einen Aufnahmestopp." Der ist jetzt nicht in Sicht, aber: "Wir haben die Hoffnung, dass ein großer Teil der Leute hängenbleibt", gibt Backhaus zu.

Gründe dafür gibt es aus Sicht beider Vereine. Nippes: "Wir bauen gerade das Klubhaus in ein Reha- und Gesundheitszentrum um, Dadurch haben wir keine Gastronomie mehr." "Die haben wir", ergänzt Backhaus und wirbt weiter: "Wir sind immer die ersten, die die Plätze aufmachen. Unsere Trainer Karsten Saniter und Katharina Jacob trainieren jetzt schon draußen. Das ist schon attraktiv." Auf der anderen Seite meint der STB: "Der STC braucht unsere Tennishalle, er ist unser größter Mieter", erläutert Nippes, der schließt: "Ich glaube nicht, dass wir den Tennisbereich wieder größer machen können, aber zumindest das halten, was wir haben." Zum intensiveren Austausch soll es neben den gemeinsamen Klubmeisterschaften auch gemeinsame Feiern geben.

Quelle: RP
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