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Solingen
Taschendiebe fühlen sich im Trubel wohl

Solingen. Weihnachtsmärkte sind fast schon das natürliche Habitat für Langfinger. Wir sagen, auf welche Warnzeichen man achten sollte und wie man sich davor schützen kann, Opfer eines Diebstahls zu werden. Von Tristan Krämer

Im allgemeinen Trubel, der in den kommenden Wochen beim Weihnachtsshopping und auf -märkten herrschen wird, fühlen sie sich besonders wohl: Taschendiebe haben im Advent Hochkonjunktur. Wir sagen, was hilft, um sich vor den Langfingern zu schützen.

Wie sind Taschendiebe zu erkennen ? So gut wie gar nicht, sagt Polizeihauptkommissar Christian Wirtz: "Sie sind männlich, weiblich, alt oder jung und immer häufiger handelt es sich um Jugendliche und sogar Kinder. Die Diebe sind meist unauffällig gekleidet und treten freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend auf." Kurzum: Taschendiebe fallen nicht aus. Gerade das erhöht die Gefahr.

Wie gehen Taschendiebe vor? Die Trickdiebe gehen meist arbeitsteilig in Teams vor. Oft lenken sie die Opfer ab, indem ein Täter einen "Stau" im Gedränge provoziert, die Opfer scheinbar unabsichtlich anrempelt oder etwa nach der Uhrzeit, dem Weg oder Ähnlichem fragt. Ein Mittäter nimmt die Geldbörse oder das Handy aus den Taschen der Opfer und verschwindet unauffällig. "Auch Kunden, die in Geschäften arglos Waren betrachten, Kleidung probieren oder ihre Einkäufe erledigen, sind beliebte Opfer von Taschendieben", rät Wirtz zu Aufmerksamkeit.

Was sind die Tricks der Kriminellen? Außer dem "Rempeltrick", gehört der "Fleckentrick" zu den bekanntesten Maschen. "Dabei werden die Opfer vorgeblich versehentlich etwa mit Glühwein oder Ketchup bekleckert. "Anschließend entschuldigen sich die Diebe wortreich und greifen dem Opfer beim angeblichen Reinigungsversuch in die Tasche", beschreibt der Hauptkommissar. Kriminelle Teamarbeit ist auch der "Fahrplan"- oder "Klemmbretttrick". Während einer der Täter das Opfer nach dem Weg fragt, oder vorgibt, etwa Unterschriften zu sammeln und ihm dabei Stadtplan oder Klemmbrett unter die Nase hält, plündern Mittäter die Taschen.

Was hilft, um nicht Opfer zu werden? In allererster Linie: Nicht ablenken lassen. "Bleiben Sie misstrauisch, wenn Sie von Unbekannten angesprochen werden - mit welchem Anliegen auch immer", erklärt Wirtz. Wertsachen und Dokumente sollten nicht in der Handtasche verstaut, sondern in verschlossenen Innentaschen der Oberbekleidung verteilt werden. Empfehlenswert sind auch Brustbeutel, Gürtelinnentaschen oder Geldgürtel. Vor allem in Menschenmengen sollten Hand- oder Umhängetaschen, ebenso wie Rucksäcke unter dem Arm geklemmt und mit dem Verschluss zum Körper getragen werden. Um im Fall der Fälle den Schaden gering zu halten, sollte immer nur so viel Bargeld mit sich geführt werden, wie gebraucht wird. Und: Niemals den PIN-Code von Bankkarten oder Handys notieren.

Was können Opfer tun ? Zunächst sollte umgehend die Polizei unter der Notruf-Nummer 110 verständigt werden. Fällt der Diebstahl auf, sollten Opfer auf den Täter aufmerksam machen und Passanten auffordern zu helfen. Um der Polizei bei der Fahndung zu helfen, sollten sich Zeugen das Aussehen des Diebs möglichst genau einprägen. Ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, ist so schnell wie möglich Schadensbegrenzung angesagt: Unter der Rufnummer 116 116 Bankkarten sperren lassen und gestohlene Dokumente bei der Stadtverwaltung melden.

Quelle: RP
 
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