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Oberbürgermeisterwahl Solingen
Kurzbach geht mit Vorsprung in die Stichwahl

Solingen: Bilder vom Wahlabend am 13. September
Solingen: Bilder vom Wahlabend am 13. September FOTO: K�hlen, Stephan
Solingen. Tim Kurzbach (SPD/Grüne) liegt im ersten Wahlgang der OB-Wahl vorne (43,6 Prozent). Frank Feller (CDU) holt 36, 1 Prozent. Sie treten in 14 Tagen wieder an. Die parteilosen Friedhelm Funk und Coco Teuber geben einen Wahlempfehlung für Feller. Von Martin Oberpriller

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Weil beim ersten Urnengang zur Oberbürgermeister-Wahl keiner der fünf Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, kommt es erst in zwei Wochen zu der Entscheidung, wer in den nächsten fünf Jahren die Geschicke der Stadt als Oberbürgermeister bestimmen wird. Bei einer Stichwahl werden mit Tim Kurzbach sowie Frank Feller jene zwei Bewerber erneut antreten, die am Sonntag die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten.

Dann wird Sozialdemokrat Kurzbach, der Kandidat von SPD und Grünen, mit einem Vorsprung von 7,5 Prozentpunkten ins Rennen gehen. Er kam beim ersten Durchgang auf 43,6 Prozent, während auf CDU-Mann Feller 36,1 Prozent der Stimmen entfielen. Chancenlos blieben hingegen die drei anderen, parteilosen Kandidaten. Für Friedhelm Funk votierten 11,2 Prozent der Wähler. Wolfgang "Coco" Teuber vereinigte rund 6,7 Prozent auf sich. Und Hakan Canik holte wiederum knapp 2,5 Prozent.

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In den beiden großen Lagern, bei SPD und Grünen sowie bei der CDU, gab man sich zuversichtlich. Als die zwei Kandidaten Tim Kurzbach und Frank Feller – gut eineinhalb Stunden nach Schließung der Wahllokale – gegen 19.30 Uhr kurz hintereinander bei der "Wahlparty" im Theater und Konzerthaus eintrafen, brandete Beifall unter den Anhängern auf. "Das ist ein sehr schöner Abend", sagte SPD-Mann Kurzbach in einer ersten Reaktion. Er kündigte an, die verbleibenden knapp 14 Tage nutzen zu wollen, um die Wähler von sich zu überzeugen. Kurzbach: "Ich habe zwei Jahre gezeigt, wofür ich stehe. Das werde ich auch in den nächsten zwei Wochen tun."
Und Frank Feller verbreitete ebenfalls Optimismus. "Der Wahlkampf war sicherlich hart. Aber ich hatte eine tolle Unterstützung", sagte der CDU-Kandidat, der sich nun unter anderem um die Wähler der drei ausgeschiedenen Bewerber bemühen will.

Zumindest der Unterstützung von Friedhelm Funk dürfte er sich sicher sein. Funk, der sich über sein eigenes Resultat enttäuscht zeigte, kündigte gegenüber unserer Redaktion an, seinen Anhängern für den 27. September die Wahl von Frank Feller zu empfehlen. "Es gilt nun, einen OB Tim Kurzbach zu verhindern. Frank Feller ist aber nur das kleinere Übel", sagte Funk.

Und auch "Coco" Teuber, der sich ebenfalls mehr ausgerechnet hatte, favorisiert für den zweiten Wahlgang den CDU-Kandidaten. "Ich bin nun eher für Frank Feller", sagte Teuber, während sich der dritte parteilose Bewerber Hakan Canik nicht festlegte. Canik: "Ich werde zunächst das Gespräch mit allen suchen". Tatsächlich begann noch am Abend im Konzertsaal bei den beiden großen Parteien eine erste, durchaus selbstkritische Aufarbeitung des Wahlergebnisses. "Wir müssen in den kommenden knapp 14 Tagen unsere Positionen deutlicher machen", sagte zum Beispiel CDU-Stadtrat Bernd Krebs. Er nannte den 7,5-Prozente-Vorsprung für Tim Kurzbach "schon einen deutlichen Unterschied", wohingegen Ex-Oberbürgermeister Uli Uibel (SPD) seine Genossen vor zu viel Siegesgewissheit warnte. Man müsse "sehr die Parteibrille aufhaben", um mit dem Resultat des ersten Wahlgangs vollkommen zufrieden zu sein, mahnte Uibel.

Einig waren sich hingegen alle in der Unzufriedenheit über die geringe Wahlbeteiligung von lediglich 36,6 Prozent. "Das ist bedenklich. Wenn es die drei Parteilosen nicht gegeben hätte, wären vielleicht noch weniger zur Wahl gegangen", sagte SPD-Chef Josef Neumann. Und auch sein CDU-Kollege Arne Moritz zeigte sich enttäuscht. "Wir müssen darüber nachdenken, warum auf einen Kandidaten wie Friedhelm Funk, der die Parteiendemokratie kritisiert, elf Prozent der Wählerstimmen entfallen", meinte Moritz.

Quelle: RP
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