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Solingen
Zwölf Standorte für Flüchtlingshäuser

Solingen: Zwölf Standorte für Flüchtlingshäuser
Die Modul-Holzbauten umfassen jeweils 21 Wohnungen und bieten Platz für bis zu 100 Menschen. FOTO: Terhalle Holzbau, Ahaus / Kempner
Solingen. Die Stadt wird der Politik nächste Woche eine Liste mit den Grundstücken präsentieren. Die ersten Holzbauten sollen an der Jasperstraße und der Zietenstraße entstehen. Von Martin Oberpriller

Die Vorentscheidung ist gefallen. In einer Verwaltungsvorlage für die nächste Sitzung des Planungsausschusses heute in einer Woche listet die Stadt insgesamt zwölf Standorte auf, an denen in den kommenden Monaten Holzhäuser für mehrere hundert Flüchtlinge errichtet werden sollen.

Einer der geplanten Standorte ist neben dem Parkplatz Zietenstraße. FOTO: Kempner, Martin (mak)

In einem ersten Schritt ist vorgesehen, zwei der Bauten in Modulbauweise auf städtischen Flächen an der Jasperstraße in Wald - unweit der Korkenziehertrasse - sowie an der Zietenstraße in Mitte neben einem Parkplatz an der dortigen Sportanlage aufzustellen. Gibt der Planungsausschuss bei der Sondersitzung am nächsten Donnerstag "grünes Licht", könnte schon bald eine entsprechende Bürgerinformation stattfinden - und bereits in wenigen Wochen würden die ersten Bagger rollen.

Doch das ist nicht alles. Denn darüber hinaus verständigte sich der Verwaltungsvorstand unter Vorsitz von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) auf eine Liste mit zehn weiteren Grundstücken. So sind in einer zweiten Runde - ein Okay des Finanzausschusses im Februar vorausgesetzt - städtische Flächen an der Schwabenstraße (Mitte) sowie an der Landwehrstraße (Aufderhöhe) ins Auge gefasst. Ferner stünden ein Areal an der Nibelungenstraße (Gräfrath), der Parkplatz Weyersberg (Mitte), ein Areal am Kovelenberg (Ohligs) sowie eine Fläche an der Grimmstraße (Mitte) zur Verfügung. Und es kämen vier private Grundstücke an der Katternberger Straße, an der Ecke Meigener Straße/Sängerweg sowie am Spielbruch (alle in Burg/Höhscheid gelegen) infrage.

Hintergrund: Flüchtlinge in Turnhallen

"Ziel ist es, Flüchtlinge so schnell wie möglich in Wohnungen unterzubringen", sagte OB Kurzbach gestern. So sei es zum einen möglich, belegte Turnhallen den Schulen und Vereinen wieder zur Verfügung zu stellen. Und zum zweiten böten die ausgesuchten Flächen die Chance, die Flüchtlinge rasch in die Gesellschaft zu integrieren, betonte das Stadtoberhaupt.

Tatsächlich erscheinen gerade an der Jasperstraße in Wald die Rahmenbedingungen ideal. Immerhin befinden sich dort nicht nur viele Wohnhäuser, sondern es existiert überdies ein Kinderspielplatz, der Kontakte zur Bevölkerung ermöglicht. Die Zietenstraße drängt sich wiederum angesichts der zentralen Lage mit einer guten Verkehrsanbindung sowie sozialen Einrichtungen für den Bau der Holzhäuser auf, in denen später einmal in 21 Wohnungen bis zu 100 Menschen leben werden.

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai

Gleichzeitig gibt es aber auch Hindernisse, die vor der Errichtung der Modulbauten erst aus dem Weg geräumt werden müssten. So lässt das augenblickliche Baurecht an der Zietenstraße lediglich eine befristete Baugenehmigung vor. Gleiches gilt zudem auf den so genannten städtischen Reserveflächen an der Schwabenstraße, an der Landwehrstraße sowie der Grimmstraße. Und an der Nibelungenstraße besteht derzeit noch eine gewerbliche Hundewiese, während der Kovelenberg schließlich - auch nach Einschätzung der Stadt - eher etwas abseits gelegen ist.

Unklar ist überdies, inwieweit die privaten Grundstücke am Ende für die Flüchtlingshäuser zu nutzen sind. So verfügen diese Flächen zwar alle über unbegrenzte Baugenehmigungen. Gleichzeitig laufen bei den zwei Flächen an der Katternberger Straße aber noch finanzielle Verhandlungen mit den Eigentümern, derweil die Besitzer der Areale Meigener Straße und Spielbruch bislang eine nur "eingeschränkte Bereitschaft" zum Überlassen ihrer Grundstücke signalisierten, wie es in einer Dokumentation der Stadt heißt.

Trotzdem gehen die Verantwortlichen im Rathaus davon aus, die richtige Auswahl getroffen zu haben. Denn sollten die zweistöckigen Holzhäuser eines Tages nicht mehr für Flüchtlinge benötigt werden, gäbe es für sie an allen ausgewählten Standorten alternative Nutzungsmöglichkeiten.

Quelle: RP
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