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Tönisvorst
Mehr Kindergartenplätze gebraucht

Tönisvorst. Fünf neue Kindergartengruppen sollen entstehen. In St. Tönis bekommt die St. Antonius Kindertagesstätte einen Anbau. Auch in Vorst wird gebaut. Von Stephanie Wickerath

Laut Kreisjugendamt fehlen in Tönisvorst ab dem nächsten Kindergartenjahr 38 Plätze in den Kindertagesstätten. Für die Kinder unter drei Jahren hat der Kreis ein Defizit von 21 Plätzen errechnet, für Kinder ab drei Jahren gibt es zum nächsten Kindergartenjahr 17 Plätze zu wenig. Die Verwaltung hat bereits reagiert und ist derzeit dabei, die Vorster AWO-Kindertagesstätte Wiemespfad um einen Gruppenraum zu erweitern. Mit relativ wenig Aufwand, wie Bürgermeister Thomas Goßen im Jugend- und Sozialausschuss sagt, könne ein Raum der angrenzenden Grundschule zum Gruppenraum für die Kita-Kinder umgestaltet werden.

Weil das Problem damit aber nicht behoben ist und die Stadt für die Zukunft gewappnet sein will, sollen weitere Plätze geschaffen werden. So ist geplant, die St. Antonius Kindertagesstätte an der Corneliusstraße in St. Tönis auszubauen. Mit dem Träger, der katholischen gemeinnützigen GmbH Horizonte habe es bereits "konstruktive Gespräche" gegeben, wie Goßen sagt. Demnach soll, sobald die Bebauungsplanvoraussetzungen gegeben sind, die Einrichtung einen Anbau mit zwei weiteren Gruppenräumen bekommen. Aus dem mit nur zwei Gruppen kleinstem Kindergarten von Tönisvorst wird dann eine viergruppige Einrichtung.

Durch den Anbau an den Antonius-Kindergarten soll das Familienzentrum Marienheim, die zweite katholische Kindertagesstätte in St. Tönis, entlastet werden. Seit Jahren überschreitet die Gruppengröße dort die gesetzlichen Vorgaben. Zum Kita-Jahr 2018/19 soll die Überbelegung beendet werden, auch dadurch steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen.

Noch nicht ganz so weit sind die Planungen für den Stadtteil Vorst. Wie Bürgermeister Goßen den Ausschussmitgliedern erläutert, braucht Vorst zusätzlich zu der neuen Gruppe in der AWO-Einrichtung zwei weitere Gruppen. Auch hier habe die Stadt bereits mit der Trägergesellschaft Horizonte wegen der katholischen Tageseinrichtung Grüner Weg gesprochen. Die Stadt will dort einen weiteren Gruppenraum anbauen.

"Die katholische Kirchengemeinde St. Godehard prüft dazu derzeit die bauliche Substanz der Einrichtung", sagt Goßen. Eine Fortsetzung der Gespräche sei geplant, sobald die Prüfung abgeschlossen ist. Parallel dazu prüfe die Stadt derzeit, ob es möglich ist, das städtische Familienzentrum Brucknerstraße um eine Gruppe auszubauen. Da die Stadt das Gebäude gemietet hat, gestalten sich die Planungen aber etwas komplizierter.

Die CDU-Fraktion will im nächsten Jugend- und Sozialausschuss einen Antrag einbringen, der weitere Plätze fordert. "Die Nachfrage an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren ist enorm angestiegen", schreibt Fraktionsgeschäftsführerin Anja Lambertz-Müller. Aufgrund des großen Neubaugebiets Vorst-Nord und der vielen Neubauten in St. Tönis sei mit weiterer Nachfrage zu rechnen. Die Stadt möge deshalb prüfen, welche Tageseinrichtungen in Zukunft ausgebaut werden könnten.

"Vor dem Hintergrund, dass der Bund sich von 2017 bis 2020 mit weiteren 1,126 Milliarden Euro am Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau beteiligen wird, sind frühzeitige Planungen von besonderer Bedeutung", heißt es in dem Antrag. Auch sei zu überlegen, ob die Stadt Räume an Tagesmütter vermieten könne, die dort Betreuung für Kinder anbieten, die jünger als drei Jahre sind.

Quelle: RP
 
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