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Serie Mein Verein
"Country-Musik fand ich immer cool"

Serie Mein Verein: "Country-Musik fand ich immer cool"
Barbara Oemmelen hat vor einigen Jahren den Line Dance für sich entdeckt. Es gibt festgelegte Figuren, die sich immer wiederholen und die die Tänzer in der Gruppe synchron ausführen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Viersen. Barbara Oemmelen trainiert in Brüggen und Schwalmtal zwei Line-Dancer-Gruppen. Der amerikanische Tanzstil bringt einen Hauch Wilder Westen an den Niederrhein — der Cowboyhut gehört für die Tänzer einfach dazu Von Sigrid Blomen-Radermacher

Schwalmtal "Ich kann eigentlich überhaupt nicht tanzen", sagt Barbara Oemmelen und lacht. Die 1973 geborene Mutter von drei Kindern trainiert seit drei Jahren zwei Line-Dancer-Gruppen in Schwalmtal und Brüggen. Dass der Satz "Ich kann eigentlich überhaupt nicht tanzen" sich in keinem Fall auf den Line Dance beziehen kann, davon mag man sich auf manch einem Youtube-Videobeitrag mit eigenen Augen überzeugen. Mittlerweile choreographiert sie ihre eigenen Tänze, die sie mit ihren Gruppen einstudiert und aufführt.

Barbara Oemmelen hat "nie eine Tanzschule von innen gesehen" - daher die Behauptung, dass sie nicht tanzen könne. "Wie die Jungfrau zum Kinde" sei sie zum Line Dance gekommen. Immer schon fand sie "Country-Musik cool" und auf einem Schützenfest dann kam sie in Berührung mit dem amerikanischen Tanzstil.

Der Lince Dance ist ein Gesellschaftstanz, bei dem in Reihen neben- und hintereinander getanzt wird. Es gibt festgelegte Figuren, die sich immer wiederholen und die die Gruppe synchron ausführt. Jeder tanzt für sich und dennoch mit den anderen gemeinsam. Die Tänze setzen sich aus eine bestimmten Anzahl von Grundfiguren zusammen, die unendlich variiert werden können. Bis zu 5000 Tänze sind bekannt. Durch Filme wie "Saturday Night Fever" von 1978 oder "Urban Cowboy" von 1980 wurde der Line Dance einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Der Tanz kam mit amerikanischen Auswanderern nach Europa und bringt einen Hauch Wilder Westen auf den Tanzboden.

Vielleicht ist es genau das, was Barbara Oemmelen und ihre Mittänzer und -tänzerinnen an diesem Tanz so fasziniert: dass er sich so sehr unterscheidet von all den Standardtänzen, die wir kennen, dass er so anders ist, und dass er etwas ist, das nicht jeder macht. Wenn sie mit der ganzen Gruppe gemeinsam und so synchron wie möglich zu Country-Musik tanzt, wenn die Füße zur gleichen Zeit aufstampfen, das sei schon ein ganz besonderes Gefühl.

Barbara Oemmelen entdeckte also den Line Dance für sich und suchte lange nach Tanzgruppen, bis sie 2012 eine in Breyell fand. Als ein Jahr später die Trainerin aufhörte, wurde Oemmelen gebeten, ihre Stelle für die Anfängergruppe einzunehmen. Mittlerweile trainiert sie eine weitere Gruppe, die "Lightnings". Die Gruppen sind schnell größer geworden, mittlerweile finden sich zum Training bis zu 35 Menschen ein: wenige Männer, aber viele Frauen im Alter von 13 bis 70 Jahren. Um sein Kostüm kümmert sich jeder selbst: schwarzes Hemd, Cowboystiefel, Jeans und Cowboyhut. Beim Training allerdings wird "in zivil" getanzt.

Barbara Oemmelen trainiert selber täglich zwei Stunden, damit sie ihren Gruppen die Tänze auch ordentlich beibringen kann. Dazu benötigt sie noch Zeit, die passende Musik zu finden, sowie die Trainingsstunden für die Gruppen - da kommen täglich einige Stunden für ihr außergewöhnliches Hobby zusammen. Aber spätestens bei den Auftritten oder den Besuchen der Country Festivals, wenn die Tänzer dann zusammen mit anderen tanzen, ist der Aufwand vergessen. Dann es ist nur noch die Freude am Tanz, die im Vordergrund steht.

Quelle: RP
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