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Brüggen
Der erste Eindruck im Rathaus: "Ein gut sortierter Laden hier"

Brüggen. Thomas Jäger saß für die SPD im Rat. Jetzt hat er die Seiten gewechselt: Er leitet in der Verwaltung den Fachbereich Organisation, Personal und Finanzen Von Birgitta Ronge

Langsam eingewöhnen konnte sich Thomas Jäger im Brüggener Rathaus nicht. "Ich wurde sofort ins kalte Wasser geworfen", sagt der 58-Jährige. Zum Glück war er mit vielen Themen vertraut, hatte er doch als Ratsherr der SPD die Geschicke der Burggemeinde mitbestimmt. Für die neue Aufgabe als Leiter des Fachbereichs Organisation, Personal und Finanzen hat Jäger alle Kollegen im Rathaus besucht. Sein Eindruck: "Das ist ein gut sortierter Laden hier." Den Mitarbeitern schrieb er, wie er sich die Zusammenarbeit vorstellt: "Visier hoch, Respekt, Wertschätzung - das sind die Mindestanforderungen, an denen man mich immer messen können muss."

Bevor Jäger am 1. April in die Brüggener Verwaltung wechselte, war er bei der Stadt Viersen in der Kämmerei beschäftigt. Nach dem Abitur wurde er zunächst Zivildienstleistender und arbeitete danach einige Jahre als Rettungssanitäter in Nettetal, dann ging es zur Fachhochschule für öffentliche Verwaltung. Danach wechselte er nach Viersen in den höheren Dienst.

Dass er sich im Alter von 58 Jahren nun noch einmal einen Wechsel vornahm, sei "keine Entscheidung gegen Viersen" gewesen, "sondern eine für Brüggen", sagt Jäger. "Doch ich musste auch überlegen, ob ich das Ratsmandat wirklich aufgeben will, wo man doch in der Politik etwas bewegen möchte, etwas bewegen kann".

Die Gemeinde steht vor großen Herausforderungen. Dazu zählen etwa der Umbau am Altenheim in Bracht, die Gestaltung der Ortskerne, das Burggelände, die Integration der Flüchtlinge und die Bäderfrage. "Alles, was wir für Bracht tun, ist mindestens genauso wichtig wie das, was wir für Brüggen tun", betont Jäger. Die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen, auch mit Beesel in den Niederlanden, sei wichtig, ebenso wie die touristische Entwicklung. "Wir wissen, dass wir in einer herrlichen Umgebung leben, aber wir müssen etwas tun", sagt Jäger, "zum Beispiel die Internetseite der Gemeinde ins Niederländische übersetzen".

Jäger ist das, was man wohl als "coolen Hund" bezeichnen würde. Er hört gern "handgemachte, gute Rockmusik". Früher fuhr er mit dem Motorrad durch Europa, "immer mit dem Zelt hintendran". Als die Kinder kamen, tauschte er das Motorrad gegen ein Fahrrad mit Kindersitz. Und für Reisen nutzt die Familie heute einen Wohnwagen - "am liebsten querfeldein und gucken, wo man landet", sagt Jäger.

An die gute, alte Zeit, unterwegs in einer roten Ente, erinnert ihn ein Foto, das an der Bürowand gleich neben dem Schreibtisch hängt. Daneben prangt die Raute der Borussia Mönchengladbach, gemalt von Kinderhand. "Ich wurde in Mönchengladbach geboren und habe dort lange Fußball gespielt", erklärt Jäger, "und natürlich bin ich Mitglied". Bis zum Monatsende räumt Jägers Vorgänger Gerd Schwarz noch sein Büro aus. Dann kann Jäger das Kämmerchen verlassen, in dem er jetzt noch sitzt, und mit Enten-Foto und Borussia-Raute ins große Büro umziehen.

Quelle: RP
 
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