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Brüggen
Der Tod kommt nach Blackmoor Castle

Brüggen: Der Tod kommt nach Blackmoor Castle
Der Theaterkursus "Lebendiges Spiel" FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Brüggen. Der Theaterkursus "Lebendiges Spiel" bringt am Samstag den "Tod in Blackmoor Castle" in Schloss Dilborn auf die Bühne. Die zweite Vorstellung am Samstag, 11. Juli, ist gleichzeitig der Abschluss der Festspiele des Niederrheintheaters. Von Heike Ahlen

Sie sind geldgierig und sehr von sich eingenommen, und jede hat einen anderen Spleen - die fünf Ex-Ehefrauen von Sir Edward, dem Herrn auf Blackmoor Castle. Wenn das Licht im Saal ausgeht und die Musik von der Bühne her erklingt, dann werden die Zuschauer mit einem lockeren Schwung fast 50 Jahre zurück katapultiert. Hinein in die Zeit, in der man samstagsabends mit der Familie vor dem Fernseher saß, um einen Schwarz-Weiß-Film von Edgar Wallace oder einen mit der schrulligen Hobby-Detektivin Miss Marple von Agatha Christie zu sehen.

Denn für den Abschluss der Niederrheinischen Theaterfestspiele hat sich Regisseurin Verena Bill einen besonderen Kniff einfallen lassen - eine Inszenierung in Schwarz-Weiß. Auch die Geschichte erinnert an diese Krimi-Klassiker mit dem entsprechenden Schuss Humor. Die fünf Damen waren nacheinander mit Sir Edward verheiratet, der aber ein viel engeres Verhältnis zu Schäferhündin Bonnie, Butler James oder dem Privatsekretär Christian pflegte.

Nun ist Sir Edward verblichen, so scheint es zumindest, und seine Ex-Frauen sollen sich zur Testamentseröffnung einfinden. Das selbst-ernannte Hollywood-Sternchen Carmen, die erste Ehefrau Abigail, die immer noch auf ihrem Titel als Lady besteht, die bodenständige vierte Frau Martha, die immer noch etwas Gutes an Sir Edward sucht und findet, die sehr emanzipierte Deutsche Simone und die nymphomanisch angehauchte Amy, Ehefrau Nummer fünf.

Doch statt reichlich Geld gibt es bei der Testamentseröffnung eine Überraschung: Drei Tage sollen die Frauen, die sich zu Anfang spinnefeind sind, miteinander verbringen, dann werde bekannt gegeben, wer was bekommen soll.

Den Theaterkursus "Lebendiges Spiel" gibt es seit Herbst 2007. Unter denjenigen, die jetzt auf der Bühne stehen, sind auch noch Mitglieder der ersten Stunde - und mit Sigrun, Martin und Tobias Hilland sogar eine ganze Familie.

Was Regisseurin Verena Bill vom Niederrheintheater mit ihren Schülern macht, geht über das Einstudieren der Stücke weit hinaus. "Diesmal haben wir die Methode der psychologischen Geste angewandt", erzählt sie. Dabei wird für jede Figur herausgearbeitet, was eigentlich ihre ureigensten Wünsche und Interessen sind. In diese psychologische Geste begeben sich die Schauspieler dann und verschmelzen so mit ihrer Rolle. Wenn Marietta Suwandy von ihrem Rollstuhl aus herrisch das vermeintlich blinde Mädchen Anna dirigiert und es trotz ihrer niedrigen Sitzposition schafft, auf die anderen herabzusehen, dann spielt sie nicht, dann ist sie Lady Abigail, mit all ihrem Dünkel und ihren verqueren Ansichten. Der Theaterkursus steht am Samstag, 4. Juli, und am Samstag, 11. Juli, jeweils ab 20 Uhr auf der Bühne im Theatersaal von Schloss Dilborn. Tickets können unter Telefon 02163 88 91 24 bestellt werden.

Und wer sich dafür interessiert, im kommenden Jahr vielleicht selbst als Mitglied des Theaterkurses im Saal auf der Bühne zu stehen: Jeden Herbst können neue Interessenten hinzustoßen. Wer mag, kann sein Interesse schon jetzt per E-Mail unter (nfo@niederrheintheater.de bekunden.

Quelle: RP
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