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Kreis Viersen
Kreisarchiv: Die Kommunen sind gefragt

Kreis Viersen. Die Kreis-SPD will getrennt über die Zukunft der Kempener Burg und des Archivs diskutieren Von Heiner Deckers

Konkrete Nachrichten in Sachen Kreisarchiv und Kempener Burg gibt es nicht, aber man habe es immerhin geschafft, die Diskussion über die Projekte voneinander zu trennen. Das sagte SPD-Kreisgeschäftsführer Hans Smolenaers. Klar sei, dass man ein neues Kreisarchiv bauen müsse, ob für alle Städte oder nicht. Die Städte, die über ein eigenes Archiv verfügen - Kempen, Willich und Viersen - müssen sich Gedanken darüber machen, ob sie ihre Einrichtung behalten wollen. Der Kreistag sei erst wieder gefordert, wenn die Kommunen sich dahingehend geäußert hätten. Erst wenn diese Entscheidungen gefallen seien, so Smolenaers, könne man sich Gedanken über einen neuen Standort für das Kreisarchiv machen. Was man auf alle Fälle brauche, sei ein Zweckbau, der modernen Anforderungen entspreche und für mehrere Jahrzehnte angelegt sei.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Udo Schiefner, selber Kempener, wies darauf hin, dass die Stadt Kempen selbstverständlich ein ureigenes Interesse daran habe, ihre Archivmaterialien sorgsam zu konservieren. Das sei letztendlich aber auch eine Frage des Fachpersonals und der Finanzen. Wenn Kempen freilich daran interessiert sei, das Kreisarchiv in der Thomasstadt zu behalten, müsse die Stadt aufzeigen, wo dazu eine Möglichkeit besteht. Der Kreis sei, betonte Smolenaers, in keiner Weise festgelegt, was den künftigen Standort betrifft.

Kempens Stadtrat hatte erst in der vergangenen Woche eine klare Botschaft ins Kreishaus geschickt: Die Burg müsse das Herz Kempens bleiben, die 1984 zusammengelegten Archive von Stadt und Kreis müssten in der Thomasstadt bleiben - gegebenenfalls in einem Neubau. Auf der anderen Seite stehen Überlegungen, was die Zukunft der Burg betrifft. Mit diesem Thema müsse man sorgsam umgehen, betonte Smolenaers. Die Burg gehöre zum Stadtbild, entsprechend müsse sich die Stadt einbringen. Schiefner wies auf eine Möglichkeit hin, die die SPD schon immer favorisiert habe. Man könne die Burg öffentlich zugänglich machen und etwa Veranstaltungsräume für Konzerte, Ausstellen oder anderes einrichten. Auf alle Fälle, so erklärte kürzlich Bürgermeister Volker Rübo (CDU), gelte es zu vermeiden, dass die Burg nach Auszug des Archivs leer stünde, wenn sich kein Investor finde, der sie unter den schwierigen denkmalpflegerischen und städtebaulichen Bedingungen erwerben würde.

Quelle: RP
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