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Niederkrüchten
Niederkrüchten verliert ein Viertel Schüler in zehn Jahren

Niederkrüchten. Die Zahl der Kinder sinkt. Neubaugebiete für Familien sichern den Fortbestand der Schulen Von Jochen Smets

Der demografische Wandel macht sich in der Gemeinde Niederkrüchten in rückläufigen Schülerzahlen bemerkbar. Noch ist der Schülerschwund moderat: Von 2012 bis zum aktuellen Schuljahr ist die Zahl der Kinder an den beiden Grundschulen in Elmpt und Niederkrüchten von insgesamt 587 auf 544 gesunken. Im Schuljahr 2021/22 werden es jedoch nur noch 449 sein - ein Rückgang von knapp einem Viertel in zehn Jahren. Diese Zahlen legte die Verwaltung im Schulausschuss vor.

An der Grundschule Elmpt ist die Schülerzahl von 2012 bis heute von 310 auf 292 gesunken, in Niederkrüchten von 277 auf 252. Bis 2021 werden es in Elmpt noch 269 sein - in Niederkrüchten gibt es in diesem Zeitraum allerdings einen Einbruch auf 180 Schüler - trotz der Tatsache, dass sich der Einzugsbereich durch die Schließung der Grundschule Oberkrüchten vor drei Jahren eher vergrößert hat. Nebenbei bemerkt: In diesen Zahlen spiegelt sich wider, wie wichtig die gemeindliche Wohnraumplanung ist. In Elmpt haben sich im Neubaugebiet "Malerviertel" in den letzten Jahren viele junge Familien niedergelassen - und damit auch viele Schüler für die dortige Grundschule, die daher relativ stabile Zahlen aufweist.

In Niederkrüchten hingegen durfte auf Anordnung der Bezirksregierung Düsseldorf bis zur inzwischen abgeschlossenen Ausvermarktung des Malerviertels kein weiteres Bauland geschaffen werden. Das ändert sich nun: Im Neubaugebiet Oberkrüchtener Weg/An Felderhausen entstehen 39 Baugrundstücke. Zielgruppe sind junge Familien, die wiederum der Grundschule Niederkrüchten Nachwuchs bescheren könnten.

Relativ entspannt ist die Lage an der Realschule mit insgesamt 331 Schülern. Bisher liegen für das Schuljahr 2016/17 exakt 51 Anmeldungen vor. Mindestens 54 sind eigentlich vorgeschrieben, um zwei Eingangsklassen bilden zu können. Daher hat die Bezirksregierung formell vorerst nur eine eingeschränkte Genehmigung zur Fortführung der Realschule erteilt, erläuterte Schulamtsleiter Andre Janßen. Allerdings kommen erfahrungsgemäß noch Anmeldungen nach, so dass sich Janßen wie auch Schulrätin Martina Hans recht gelassen zeigten. Akut gefährdet scheint die Realschule nicht.

Zu denken gibt indes die hohe Einpendlerquote, so Ausschussvorsitzender Theo Coenen (SPD): Von den bisher 51 Anmeldungen für 2016/17 kommen nur 22 Kinder aus der Gemeinde Niederkrüchten. 29 pendeln aus umliegenden Orten ein - vor allem aus Brüggen (13) und aus den nördlichen Teilen der Stadt Wegberg (13), etwa aus Arsbeck, Dalheim und Merbeck.

Große Erwartungen verbinden sich mit der gemeinsamen Schulentwicklungsplanung der Nachbarkommunen Niederkrüchten, Brüggen und Schwalmtal. Sie ist gerade in Vorbereitung und könnte im Idealfall noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Erklärtes Ziel ist es, in allen drei Gemeinden eine weiterführende Schulform sicherzustellen.

Quelle: RP
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