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Niederkrüchten
Pastor feiert goldenes Jubiläum

Niederkrüchten: Pastor feiert goldenes Jubiläum
Thelen ist in seinem Leben viel gereist - unter anderem nach Afrika. Heute unterstützt er dort Freunde. FOTO: busch
Niederkrüchten. 1965, also vor genau 50 Jahren, wurde Hans Thelen zum Priester geweiht. 1974 wurde er nach Niederkrüchten berufen. Der Ort, den er damals gar nicht kannte, ist heute seine Heimat. Am Sonntag wird mit einem Festhochamt gefeiert. Von Wiltrud Wolters

Auf dem Tisch liegen Fotoalben mit den Bildern eines ganzen Lebens. Die Eindrücke von seinen Reisen, etwa nach Namibia, haben Pastor Hans Thelen geprägt. Begeistert berichtet er von Menschen aus aller Welt und vor allem aus Niederkrüchten. "Ich halte mich nicht lange mit Äußerlichkeiten auf. Mir geht es immer um die Menschen. Die Seelsorge ist mir wichtig", sagt er. Morgen feiert Thelen mit den Pfarrgemeinden St. Bartholomäus Niederkrüchten und St. Martin Oberkrüchten sein goldenes Priesterjubiläum; um 17 Uhr mit einem Festhochamt in Niederkrüchten.

Hans Thelen stammt aus Tripsrath bei Geilenkirchen. Er wurde 1965 im Selfkantdom in Heinsberg zum Priester geweiht. Seit 1974 lebt und wirkt er in Niederkrüchten. In seiner Wohnung im Ortszentrum geben zahlreiche Andenken ein Zeugnis seines tief verwurzelten Glaubens und seiner missionarischen Ader. Jede Figur und jedes Erinnerungsstück haben ihre Geschichte. Geschichten, die ihn ins Schwärmen bringen und im nächsten Moment nachdenklich werden lassen. "Das Priestertum erfüllt mich mit großer Dankbarkeit auf der ganzen Linie", sagt Thelen.

Als 17-Jähriger weckte Josef van Sloun, der später sein Vorgänger als Priester in Niederkrüchten sein sollte, den Gedanken in ihm, Priester zu werden. Doch Abitur und Studium standen für Thelen, eines von sieben Kindern einer Arbeiterfamilie, nicht auf dem Plan. Nach einem schweren Unfall seines Vaters reifte der Gedanke weiter. Thelen ging auf das Abendgymnasium nach Neuss, arbeitete parallel im Hafen und in der Textilbranche. "Die Nachfolge Christi ist nicht immer leicht", meinte Thelen. 1957 schaffte er nach dreieinhalb Jahren das Abitur. Da ihn der Wunsch, Missionar zu werden, antrieb, ging er zur theologischen Hochschule nach Hünfeld bei Fulda, später studierte er in Bonn Theologie. Es folgten zwei Jahre Priesterseminar in Aachen, bevor Thelen 1965 zum Priester geweiht wurde. "Ein unvergessliches Erlebnis", sagt er.

Nach für ihn wertvollen Jahren als Kaplan im Aachener Raum wurde Thelen 1974 nach Niederkrüchten berufen. "Ich kannte Niederkrüchten nicht, wusste beispielsweise nichts von sieben Bruderschaften", sagte Thelen. Doch er mischte sich unter das Volk. In den ersten drei Jahren besuchte er jedes Haus und jede Familie. "Das war mir sehr wichtig. Ich erlebe auch heute noch viele positive Begegnungen", berichtete Thelen. In den Jahrzehnten begleitete oder verantwortete er in seiner Pfarre viele Veränderungen, wie die Renovierung des Kirchendaches, des Opferaltares oder die Gestaltung im Inneren der Kirche, den Bau des neuen Kindergartens und des neuen Pfarrzentrums, die Übernahme der Pfarre in Oberkrüchten oder den Zusammenschluss der Schützenbruderschaften zum Schützenbezirk Niederkrüchten. Thelen erlebte eine, wie er sagt, "große Harmonie und eine positive Zusammenarbeit auf allen Ebenen" - von der Kommunionvorbereitung, über das Jugendteam und die Chöre bis hin zu den Gremien in der Pfarre. Doch über allem stand für ihn die Glaubensvermittlung. "Die Spende der Sakramente ist für mich entscheidend, denn ohne die Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten geht das Christentum den Bach runter", meint er.

Seit 2005 lebt er als Subsidiar in Niederkrüchten. Nach wie vor ist es ihm wichtig, die Messe zu lesen. "Wir sind als Priester dazu erzogen worden, jeden Tag eine Messe zu lesen. Die Eucharistie ist die Quelle unseres Lebens", erklärt er. Daneben fasziniert ihn die Mission. Soweit es dem beinahe 80-Jährigen möglich ist, unterstützt er seine als Missionare tätigen Freunde in Namibia, Chile und Paraguay.

Das Goldene Priesterjubiläum feiert Johannes Thelen morgen, am 26. Juli, 17 Uhr, in St. Bartholomäus Niederkrüchten und am 2. August um 15 Uhr in der St. Anna Pfarrkirche in Tripsrath, seiner Heimatgemeinde. Anstelle von Geschenken bittet er um eine Spende für die neue Orgel in St. Bartholomäus oder für hungernde Menschen in Namibia.

Quelle: RP
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